MARZAHN. Karten und Atlanten müssen nicht geändert werden. Denn bei den Berliner Bergen bleibt alles wie gehabt: Die höchste Erhebung der Hauptstadt ist der Große Müggelberg in Köpenick.Noch vor einigen Wochen hatte Marzahn-Hellersdorf den Anspruch auf Berlins höchsten Gipfel erhoben. Denn die Westkuppe der Ahrensfelder Berge (112 Meter) wurde aufgeschüttet. Sie erhielt ein Aussichtsplateau und wuchs dadurch um geschätzte um 3,5 Höhenmeter. Damit würden die Ahrensfelder Berge den Großen Müggelberg und den Teufelsberg überragen. Wenigstens rein rechnerisch, denn nachgemessen wurde erst später.Doch nach der Messung wurde jetzt klar: Die Ahrensfelder Berge erreichen nur 114,5 Meter, trotz Aufschüttung. "Die Plattform ist fast einen Meter niedriger als angenommen", sagt Norbert Lüdtke (Linke), der für Stadtentwicklung zuständige Stadtrat. Der Berg war vom Verein Umweltanalyse mit ABM-Kräften als Erholungsgebiet umgestaltet worden. Dabei wurde auch das Plateau aufgestockt. Lüdtke ist nicht böse, dass es mit dem Rekord nun nichts wurde: "Der war gar nicht unser Ziel", sagt er. Es sei schließlich um die Aufwertung des Gebietes für den Tourismus gegangen, nicht um einen Höhenrekord.Nach Angaben der Vermesser der Stadtentwicklungsverwaltung ist der Große Müggelberg exakt 115,4 Meter hoch, der Teufelsberg 114,7 Meter, die Ahrensfelder Berge jetzt 114,5 Meter (ohne Aufstockung 111,9 Meter). In den meisten Karten und Publikationen, auch denen der Senatsverwaltung, werden Müggelberg und Teufelsberg allerdings als gleich hoch bezeichnet, nämlich 115 Meter. "Die Angaben wurden gerundet, wie es üblich ist", sagt Sprecher Mirko Rosteck.Beim Tourismusverein Treptow-Köpenick ist man froh: Schließlich werbe der Verein in allen seinen Materialien mit dem Müggelberg als höchstem Berg Berlins, sagt Sprecher Michael Diehl. "Das können wir jetzt mit gutem Recht weiter tun." Es sei aber eine witzige Geschichte gewesen. "Und wir hätten auch mit einem anderen Ergebnis leben können." Denn die Müggelberge mit Großem und Kleinem Müggelberg und etlichen anderen natürlichen Erhebungen hätten doch eine völlig andere Qualität als die früheren Schuttberge, sagt er. Sowohl der Teufelsberg als auch die Ahrensfelder Berge sind künstlich aufgeschüttete Erhebungen.------------------------------Ahrensfelder BergeDie Anhöhen entstanden aus zwei eiszeitlichen Wallrücken. Zwischen 1981 und 1991 wurden sie als Bauschuttkippe genutzt. Der westliche Hügel wuchs dabei von 66,9 Meter auf 112 Meter. Mit dem neuen Aussichtsplateau sind die Berge jetzt 114,5 Meter hoch.------------------------------Karte: Ahrensfelder Berge------------------------------Foto: Sind doch nicht Spitze: Die Ahrensfelder Berge wurden zwar im vergangenen Jahr aufgeschüttet, aber Großer Müggelberg und Teufelsberg sind höher.