SCHÖNEBERG Ob zwei Meter oder gar noch größer - es gibt auch für ganz Lange die passende Garderobe. Sven Meyer betreibt in der Eisenacher Straße 50 a sein Modegeschäft"Geben Sie ihm das größte, das Sie haben. Ich möchte endlich mal erleben, daß meinen Mann etwas zu lang ist." So oder ähnlich beschreibt Sven Meyer Erlebnisse in seinem Laden "Meyer mit Ypsilon" , den er im April vergangenen Jahres eröffnete. Alles, so der 31jährige, soll "so gut passen, wie meine Kunden es vorher nicht kannten". Und die sind zufrieden: Das Geschäft ist gut angelaufen. Sein größter Kunde, erzählt er, ist 2,23 Meter. "Manche schütteln mir sogar aus Dankbarkeit die Hand, wenn sie hier wieder rausgehen."Der junge Chef steht immer selbst im Laden. "Einen kleineren Verkäufer würde meine Kundschaft wahrscheinlich gar nicht akzeptieren", unterstellt der 2,10-Meter-Mann. Was diese auf ihrer Odyssee auf der Suche nach einem gutsitzenden Stück erleben, kann Sven Meyer schließlich bestens nachfühlen. Die Hosen schieben Hochwasser, die Ärmel sind zu kurz, der Bund sitzt nicht oder das Trenchcoat geht nur bis zum Knie. "Aber Sie wissen ja selbst, wie das ist", steht oft am Ende solcher fast verzweifelt klingenden Geschichten.Meyer sucht die Stoffe für die Kleider, die er in seinem Laden verkauft, zusammen mit der Designerin Michaela Brühl aus. Nach eigenen Schnittmustern werden die Hosen, Sakkos oder Mäntel zum Teil in Deutschland und teilweise in Italien hergestellt. Die extra langen Krawatten kommen aus Mailand. "Ich verwende nur hochwertiges Material", so Meyer, "bei mir werden nur edle Stoffe verarbeitet."Und das hat seinen Preis: Für eine Hose bezahlt Mann 180 bis 380 Mark. Eine Jeans geht für rund 200 Mark über die Ladentheke, die längste ist 1,40 Meter lang und paßt Männern mit der Hosenlänge 42. Bei einem Sakko ist unter 500 Mark nichts zu machen, dafür hat das größte auch die Größe 126. Kleine Änderungen sind im Preis inbegriffen - so werden zum Beispiel die Hosenbeine grundsätzlich am Kunden angepaßt und dann erst fertig genäht.Der geborene Hildesheimer kam durch seine Karriere als Berufssportler nach Berlin, nach Stationen in Leverkusen und in den Vereinigten Staaten, wo er auch Kunst studierte. Vier Jahre spielte Meyer Basketball bei Alba, der Mannschaft, die derzeit im Finale des Korac-Cup in Spanien steht. "Natürlich drücke ich meinen ehemaligen Kollegen und jetzigen Kunden die Daumen", sagt er.Nach 16 Jahren Leistungssport hat sich Meyer nun ein neues Standbein geschaffen. Kapazitäten für eine Erweiterung des Geschäftes sind bereits vorhanden. Irgendwann soll hier auch produziert werden. +++