Die ehemaligen DKP-Funktionäre Herbert Mies und Kurt Frituch sind In Beugehaft genommen worden.Beide hatten sich im Oktober 1993 geweigert, vor dem Bonner Schalck-Untersuchungsausschuß Angaben Ober die Finanzierung ihrer Partei durch die DDR zu machen. Das Bonner Amtsgericht hat am Dienstagabend auf Antrag des Ausschusses Beugehaft angeordnet und die Höchstzeit von sechs Monaten verhängt. Sollten Mies und Fritsch ihre Haltung revidieren, so ein Gerichtssprecher, kämen sie umgehend auf freien Fuß.Mies, bis 1991 DKP-Vorsitzender, und Fritsch, der bis 1990 die Parteikasse verwaltete, hatten Ihre Aussageverweigerung damit begründet, sich nicht an einem "Rachefeldzug gegen Menschen der völkerrechtlich anerkannten DDR" beteiligen zu wollen. Ein naheliegenderer Grund aber dürfte die möglichen Ermittlungsverfahren sein, .die beiden Funktionaren bei der Offenlegung der DKP-Finanzierung drohen.Die DKP hatte nach dem Willen der SED-Machthaber -- so belegen es in Ost-Berlin aufgefundene Akten -- weniger die Aufgabe, slch als wahlfähige linke Partei in der Bundesrepul,llk zu etablieren; laut Vibricht sollte sie sich ab 1968 vorrangig als "zuverlässiger Westapparat" der SED bewähren, mit dem sowohl Handeisgeschäfte sogenannter SED-Firmen abgesichert als auch politischer Einfluß auf die westdeutsche Linke ausgeübt werden konnte.Ihr Westapparat war der SED Jährliche Finanzspritzen In zwelstelilger Mllliorienhöhe wert, die zuletzt regelmäßig die 70-Millionen Mark-Grenze überschritten und 1989 bei 76 Millionen DM lagen. Das Geld wurde zu drei Vierteln aus der SEDKasse und zu einem Viertel von Schalcks Kommerzieller Koordinierung bereitgestellt.Nach Ansicht des Berliner Historikers Hans-Peter Müller, der für die Bonner Enquete-Konimission zur Aufarbeitung der SED-Geschichte eine Expertise über die DKP-Finanzlerung erarbeitete, hat die DKt> Jahrelang massiv gegen das Partelengesetz der Bundesrepublik verstoßen. Vor allem deshalb, weil sie -- wie auch andere bundesdeutsche Parteien -- Umfang und Herkunft ihres Parteivermögens verschleierte.Finanzlage und -quellen der DKP waren indes der politischen Führung der Bundesrepublik die Jahre hindurch nicht unbekannt. Nach Aussagen von Regierungsdirektor Klaus Ahrend vom Kölner Bundesamt für Verfassungsschutz sei die DKP und ihre Finanzierung durch die SED ein AufldB.rungsschwerpunkt seiner Behörde gewesen. Man habe über alle Details genauestens Bescheid gewußt, bestätigte Ahrend vor dem Bonner Schalck-Ausschuß.