Seit Mazda während der jüngsten IAA den sogenannten "Miller-Motor" präsentierte, gibt es neben Zwei- und Viertakter auch einen Fünftakt-Motor. Damit untermauerte das Unternehmen aus Hiroshima wieder einmal seinen Ruf als besonders experimentierfreudige Marke. Schließlich ist Mazda heute noch (oder wieder) der einzige Hersteller, der einen Wankelmotor unter die Haube eines seiner Autos pflanzt. Das Miller-Prinzip geht zurück auf den Amerikaner Ralph Miller, der 1947 erstmals langsamlaufende Schiffsdiesel nach diesem Prinzip konstruierte. Mazda bringt es nun erstmals im Otto-Motor zum Einsatz. Der Miller-Motor arbeitet prinzipiell wie ein normaler Viertakter. Der wesentlichste Unterschied ist ein veränderter Verdichtungstakt. Im Gegensatz zum Viertaktmotor schließt das Einlaßventil beim Miller-Motor erst, wenn der Kolben bereits ein Drittel des Aufwärtsweges zurückgelegt hat. Vorteil: Durch den kürzeren Verdichtungsweg entsteht weniger Wärmeenergie, was dem "Klopfens" vor allem bei hochaufgeladenen Motoren entgegenwirkt. Der von Mazda gepriesene Hauptvorzug des Miller-Motors - große Leistung in vergleichsweise geringem Hubraum zu entwickeln und dabei sparsam zu sein - ist indes einem mechanischen Lader zuzuschreiben, der auch bei anderen Herstellern zu finden ist. So schöpft Mazda aus 2,2 Litern Hubraum 210 PS und ein maximales Drehmoment von 290 Newtonmetern bei einem Drittelmix-Verbrauch im Xedos 9 von 8,7 Litern Super. Der Zwei-Liter-Kompressor von Mercedes (193 PS und 270 Nm Drehmoment) begnügt sich mit 7,9 Litern. Und auch Nissans Turbo-Motor im 200 SX entfaltet 200 PS und 265 Nm in zwei Litern Hubraum. Er verlangt 8,8 Liter Super. +++