Millionen-Schaden / Energieversorgung normal: Anschlag: Täter sägten an einem Strommast

Unbekannte Täter verübten am Donnerstag einen Anschlag auf einen Strommast in der Nähe von Brandenburg/Havel. Dabei entstand ein Millionenschaden.Kurz nach halb acht in der Schaltzentrale der Vereinigten Energiewerke in Neuenhagen bei Oranienburg. Ein Mitarbeiter bemerkt eine Störung in der Energieversorgung im Bereich Brandenburg und alarmiert die dortige Polizei. Beamte rücken aus und entdecken in einem Waldgebiet nahe der Ortschaft Gortz das Unglück.Ein Polizist: "Ich traute meinen Augen kaum, als ich sah, was passiert war." Ein 50 Meter hoher Strommast war aus der Verankerung gerissen und mit einer 380-Kilo-Volt-Leitung auf eine Lichtung gestürzt. Dabei hatte er einen zweiten Mast mit sich gerissen. Ein dritter war beschädigt worden.Die Masten gehören der Vereinigten Energiewerke AG in Berlin (VEAG). Durch den Umsturz wurde außerdem eine parallel verlaufende 110-Kilowatt-Leitung der Märkischen Energieversorgung AG in Potsdam (MEVAG) beschädigt. Nach Schätzungen der beiden Unternehmen beläuft sich der Schaden auf rund zwei Millionen Mark.Die Ermittlungen übernahmen die Potsdamer Kripo sowie die Staatsanwaltschaft. Ein Mitarbeiter: "Wir gehen davon aus, daß es sich bei dem Attentat um einen gezielten Anschlag von Profis auf den Strommast handelt." Die Täter sägten vermutlich tragende Teile aus dem Gerüst, so daß die Standfestigkeit nicht mehr gegeben war, erklärte ein VEAG-Sprecher. Derartige Anschläge seien in Ostdeutschland noch nicht verübt worden. Das Attentat war geplant, ist sich ein Polizist sicher. Mehr dürfe er aber nicht sagen. Die Kripo schließt aus, daß bei dem Attentat Sprengstoff verwendet wurde. Wie der Sprecher des Polizeipräsidiums Potsdam, Geert Piorkowski sagte, gebe es bislang keine konkreten Hinweise auf die Täter und die Hintergründe des Anschlags. Gefahr für Spaziergänger oder Tiere gibt es in solchen Fällen nicht, da die Leitung sofort automatisch abgestellt wird. Stromausfälle in weiten Teilen Berlins und Brandenburgs wurden durch Netzumschaltungen verhindert. Die beschädigten Leitungen dienen unter anderem der stabilen Stromversorgung der Hauptstadt, der Stadt Genthin (Sachsen-Anhalt) sowie den brandenburgischen Ortschaften Kirchmöser und Rathenow. +++