Es ist schon etwas ganz Besonderes, 13 Kindern das Leben zu schenken. Doch mit 55 Jahren noch einmal Mutter zu werden, ist fast einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde wert. Annegret Raunigk, eine Englisch- und Russisch-Lehrerin aus Spandau, hat beides geschafft - und das ganz ohne Einnahme von Hormonen. Als junge Frau wollte sie höchstens ein Kind haben, vor fünf Monaten nun hat sie ihr 13. bekommen. Anfang Juni wurde ihre Tochter Lelia geboren. Bei der Kleinen lief es wie bei vielen Kindern von Annegret Raunigk: Sie war nicht geplant."Ich war selbst überrascht", sagte die Mutter der Bild-Zeitung. Die Ärzte hatten die Schwangerschaft zwar als riskant eingestuft, aber bei den Untersuchungen, der sich Annegret Raunigk während ihrer Schwangerschaft unterzog, war immer alles in Ordnung gewesen. Für die alleinerziehende Mutter und fünffache Großmutter war es daher keine Frage, das Kind auszutragen. Ihre Tochter brachte sie spontan zur Welt, ein Kaiserschnitt war nicht nötig. Jetzt soll jedoch Schluss sein. Ein weiteres Kind wolle sie nicht mehr haben, sagte Annegret Raunigk."Die Kleine ist eine ganz, ganz Süße", berichtete gestern eine Nachbarin. Lelia wurde in ein familienfreundliches Umfeld hineingeboren. In der kleinen, idyllischen Straße nahe der Havel, in der die Mutter mit sechs ihrer 13 Kinder in einem Reihenhaus lebt, bekommt man von der Großstadt nicht viel mit. Autos fahren hier nur selten durch, überall in den Gärten stehen Schaukeln und Rutschen, und die Leute grüßen einander freundlich, wenn sie sich auf der Straße begegnen.Die übrigen Kinder von Annegret Raunigk sind zwischen 13 und 34 Jahre alt und hören auf nordische Namen: Auda, Ingvar, Velten, Lennart, Svea, Inken, Tjard, Lieven, Torben, Bjarne, Ellen und Antje. Sie stammen von verschiedenen Vätern. Kurz vor der Wende ließ sich Annegret Raunigk, die aus der DDR stammt, scheiden und floh 1989 mit ihren Kindern und dem ersten Enkelkind über Ungarn in den Westen.------------------------------EhrenpatenschaftEhrenpatenschaft: Der Bundespräsident übernimmt auf Antrag der Eltern die Ehrenpatenschaft für das siebte Kind. Ist ein solcher Antrag beim siebten Kind nicht gestellt worden, kann die Ehrenpatenschaft - wie bei den Raunigks - auf ein später geborenes Kind übertragen werden.Geschenk: Zur Ehrenpatenschaft gibt es eine Urkunde und ein Geschenk im Wert von 550 Euro. Bei Raunigks überreicht dies Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz (CDU) am 3. November für Lelia.Geschichte: Seit 1949 sind durch die jeweiligen Bundespräsidenten bundesweit etwa 72 000 Ehrenpatenschaften übernommen worden.------------------------------Foto: Spandauer Idylle: Hier wohnt die Großfamilie Raunigk.------------------------------Foto: Was für ein süßes Kind! Annegret Raunigk mit ihrer fast fünf Monate alten Tochter Lelia.