Die erste neue Brücke im künftigen Regierungsviertel am Spreebogen soll im August nächsten Jahres fertig sein: die Kronprinzenbrücke zwischen Mitte und Tiergarten. Das erklärte jetzt Johannes Lietz, Abteilungsleiter Brückenbau in der Senatsbauverwaltung.Wo einst der Todesstreifen Ost und West voneinander trennte, sollen die Stadthälften durch die Kronprinzenbrücke wieder miteinander verbunden werden. Der Bau ist der Auftakt zur Errichtung von mehr als einem halben Dutzend neuer Brücken im Regierungsviertel.Eigentlich hätte die filigrane Brückenkonstruktion des spanischen Architekten Santiago Calatrava bereits Ende 1994 fertiggestellt sein sollen. Schon 1992 nahmen Bauarbeiter den ersten Rammschlag vor. Doch die eingereichten Unterlagen ließen sich statisch nicht verwirklichen. Es mußte umgeplant werden. Die Bauarbeiter zogen unverrichteter Dinge vom Spreeufer ab. Zeit verloren Gut anderthalb Jahre gingen dadurch verloren. Jetzt sehen die Brückenbauer wieder Land. "Der Entwurf von Calatrava bleibt, lediglich die Lagerung der Brücke wird verändert", sagt Brückenbau-Chef Johannes Lietz. In Kürze beginnt am östlichen Ufer der Spree die Montage der Brückenteile. Im April nächsten Jahres soll das fertige Bauwerk von einem Kran hochgezogen und am neuen Platz abgesetzt werden. Wie teuer die Kronprinzenbrücke wird, ist noch unklar. Der erteilte Bauauftrag sieht eine Summe von 22 Millionen Mark vor. Durch die Bauverzögerungen ist jedoch mit zusätzlichen Kosten zu rechnen.Bis zum Jahr 2 000 sollen im Regierungsviertel mehrere Brücken gebaut werden: Zwischen dem Alsen- und Luisenblock, den künftigen Bundestags-Büroneubauten, sind zwei Fußgängerstege geplant. Ein Übergang am Kanzleramt soll die Regierungszentrale mit dem Moabiter Werder verknüpfen. Und auf Höhe der alten Kongreßhalle (Haus der Kulturen der Welt) ist eine Brücke vorgesehen, über die die Bundesbediensteten aus ihren Wohnungen in den Tiergarten laufen können. Für Fußgänger und Autos soll zwischen dem Kapelleufer und dem Friedrich-List-Ufer an der nördlichen Seite der Spree eine Brücke geschlagen werden. Schließlich sind noch zwei Stege vom Alsenblock in Richtung Charite geplant. Die unter Denkmalschutz stehende Marschallbrücke zwischen Luisen- und Wilhelmstraße soll ebenfalls erneuert werden. Exportschlager Die Berliner Brückenprojekte entwickeln sich immer mehr zum Exportschlager. In Salzburg präsentiert die Hauptstadt derzeit die 15 interessantesten Brücken in einer Ausstellung. Zu sehen sind darin unter anderem Oberbaumbrücke, Sandkrugbrücke, Schloßbrücke und Moltkebrücke. Ermöglicht wurde die Präsentation durch die Unterstützung des zweitgrößten österreichischen Baukonzerns Maculan. +++