Am 4. Juni 1928 - heute vor 69 Jahren - rollte der "Eiserne Gustav" mit seinem Pferdetaxi durch die Porte de Pantin in Paris ein. Am 2. April hatte sich der 68jährige Gustav Hartmann aus Wannsee mit seinem Pferd "Grasmus" auf den Weg gemacht. Berlins letzter Pferdedroschken-Fahrer protestierte mit seiner Reise gegen die neue Konkurrenz mit Motor. Allerdings besaß er damals schon selbst eine Kraftdroschke. Historiker gehen davon aus, daß Hartmann die Fahrt auch nutzte, um aus seiner häuslichen Umgebung auszubrechen. Seine Reise war die Vorlage für Heinz Falladas 1938 erschienenen Roman "Der Eiserne Gustav". Eine Filmversion kam 1958 mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle in die Kinos. Ein Fernsehfilm folgte 1979. Berliner Taxifahrer gründeten den Gustav-Hartmann-Unterstützungsverein, um ausgeraubten Kollegen zu helfen. 1998, zum 70. Jahrestag der Fahrt, soll der Platz vor dem Bahnhof Wannsee nach Hartmann benannt werden. Der Verein will dort eine Gustav-Büste aufstellen.elm +++