Berlins Polizisten kommen mit ihren schnellen Streifenwagen nicht klar. Vor gut zwei Jahren tauschte die Berliner Polizei ihre eher mickrig motorisierten VW-Busse und VW-Passat Stück für Stück gegen PS-starke Fünfer-BMW aus. Diese sind technisch besser ausgerüstet und sollen deshalb sicherer sein. Tatsächlich aber hat die Zahl der Unfälle mit Streifenwagen seit Einführung der silbrig-schicken Fünfer-Kombis mit 175-PS-Dieseltriebwerk stark zugenommen. Für die selbst verursachten Unfälle an den geleasten BMW musste das Land Berlin bereits 607 000 Euro bezahlen. Von Dezember 2002 bis Dezember 2004 waren BMW-Streifenwagen in 499 Unfälle verwickelt - jeder neue Wagen wurde im Schnitt zwei Mal beschädigt oder gar zerstört. Es gab 21 Totalschäden. Bei 376 Unfällen waren die Polizisten selbst schuld.Die Unfälle betrafen nicht vorrangig Einsätze mit Blaulicht und Martinshorn. Lediglich in 39 Fällen waren Beamte mit Sonderrechten unterwegs. Jeder zweite Crash war eher ein Bagatellschaden - mit Lackkratzern oder abgefahrenen Rückspiegeln. Die Schäden seien vermutlich beim Ein- und Ausparken entstanden, wohl aus Unachtsamkeit, sagte gestern Carsten Eis vom Bereich Kraftfahrwesen der Polizei.Von den 350 Funkstreifenwagen, die derzeit auf den Straßen Berlins unterwegs sind, sind 250 BMW, 40 VW-Passat und 60 VW-Busse. Woran es liegt, dass Polizisten mit den BMWs ganz offenbar nicht klar kommen, dazu wollte sich gestern bei der Polizei niemand äußern. Über die Art der Unfälle gebe es keine Statistik, sagte Eis. Auch wie viele Unfälle sich in diesem Jahr mit den flotten BMW ereignet haben, weiß offenbar niemand bei der Behörde. Im April zum Beispiel war ein Polizei-BMW mit Blaulicht auf einer Kreuzung in Marzahn mit einem Krad zusammen gestoßen. Der Motorradfahrer starb.Ein Training zur SicherheitVon einem Fahrsicherheitstraining erhofft sich die Polizei nun mehr Sicherheit. Seit März bietet sie ihren Mitarbeitern an, in Kallinchen auf dem Teltow-Fläming-Ring mit sechs Übungs-BMW zu trainieren. Es gehe nicht ums Austoben, sagt Trainer Jürgen Bock. "Hier kann eher mal eine richtige Gefahrenbremsung geprobt werden." Jeweils zwei Tage lang trainieren die Polizisten. Sie bremsen, fahren im Kreis und im Slalom. Das Training soll sie für Verfolgungsjagden schulen. Sie trainiere, um mehr Sicherheit zu bekommen, sagt eine 32-jährige Polizistin aus Lichtenrade. Zehn Jahre lang hat sie einen VW-Bus mit zuletzt 110 PS gelenkt. Nun ist ihr Dienstwagen ein 175-PS-BMW. "Der Wagen hat eine unheimliche Beschleunigung, da muss man sich erst drauf einstellen", sagt sie.Wer ein Sicherheitstraining hinter sich hat, ist nicht unbedingt ein besserer Polizist, wohl aber ein sicherer Autofahrer, sagt Trainer Bock. "Wer hier übt, erfährt, wie gefährlich es ist, Fahrzeuge im Grenzbereich zu bewegen." Vielleicht müssen sich Berlins Streifenpolizisten ja bald wieder umgewöhnen. Laut Leasingvertrag werden jedes Jahr 100 BMW zurückgegeben. Dann kommt Ersatz. Im Dezember werden es 170 VW Touran sein.------------------------------80 000 Einsätze im JahrSeit Dezember 2002 sind 5er BMW-Streifenwagen in Berlin im Einsatz. Die Wagen sind geleast. Der Vertrag mit BMW endet im Dezember 2006.Bei der Berliner Polizei gibt es insgesamt 350 Funkstreifenautos. Davon sind 250 Wagen der Marke BMW, 40 VW Passat und 60 VW Busse.Die Reparaturkosten für die selbst verschuldeten Unfälle betrugen 607 000 Euro. 21 BMW-Wagen hatten Totalschaden.In der Zeit von Dezember 2002 bis Dezember 2004 waren BMW-Streifenwagen in 499 Unfälle verwickelt. Bei 376 Unfällen davon waren die Polizisten selbst schuld.Ein Fahrtraining absolvieren jedes Jahr etwa 2 000 Polizisten. Seit Ende 1998 gibt es dieses Training in verschiedenen Kursen auf dem Teltow-Fläming-Ring.Ein Streifenwagen fährt im Jahr etwa 40 000 Kilometer. Die 350 Funkstreifen rücken im Jahr zu rund 80 000 Einsätzen aus.------------------------------Foto: Damit Polizisten die Kurve kriegen: Slalomtraining in Kallinchen für Streifenbeamte .