BERLIN. Sie sind geräumiger als ein Porsche und sportlicher als ein BMW. Zumindest wirbt so der niederländische Fahrradhersteller Fietsfabriek, der seine Produkte seit kurzem auch in Berlin verkauft. In Prenzlauer Berg stellt Peter van der Bijl seine Lieferfahrräder her - nach Maß. Mit den in Holland und besonders in Amsterdam schon lange beliebten Fahrrädern will er nun auch hier Sympathisanten finden. Die Aussichten sind nicht schlecht. Vor allem das solide Dreirad wird von jungen Familien geschätzt: Die Kinder können bequem und sicher in seinem geräumigen Lieferkorb Platz nehmen - ideal für die Fahrt zur Kita, zur Schule oder zum Spielplatz.Auch der Prinz liebt esFietsfabriek ist in den Niederlanden inzwischen geradezu ein Statussymbol geworden. Bekannte Fernsehmoderatoren wie Paul de Leeuw fahren damit, und selbst das Königshaus schätzt die Luxusmarke: Prinz Maurits wurde darauf auch schon gesichtet. "Unsere Fahrräder haben das Straßenbild in Amsterdam verändert", sagt Peter van der Bijl, und er hofft, das in Berlin dasselbe geschehen wird. "Jetzt schon höre ich von Kunden, dass sie auf der Straße angehalten werden von Leuten, die so ein Fahrrad mal ausprobieren möchten."Im Jahr 2002 ist die Fietsfabriek in Amsterdam gegründet worden. Schon bald war sie dort so erfolgreich, dass der niederländische Markt sich als zu klein erwies. Deshalb eröffnete man jetzt die Dependance. Peter van der Bijl sieht Berlin als eine Fahrradhauptstadt. "Nicht alle Berliner wissen es, aber in der deutschen Hauptstadt lässt es sich wunderbar Rad fahren", sagt der Niederländer. "Viel besser als zum Beispiel in Amsterdam, wo die Straßen viel schmaler sind." Zu schmal jedenfalls für dreirädrige Fahrräder.Und natürlich weiß van der Bijl auch, dass gerade in Prenzlauer Berg viele junge Familien wohnen. In seiner Werkstatt zählt er die Vorteile der Lastfahrräder auf: "Sie sind natürlich sehr umweltfreundlich, stabil und deswegen sicher, und es macht allen Kindern unglaublich viel Spaß, damit herumgefahren zu werden. Es passiert oft, dass sie nach einer Probefahrt gar nicht mehr aussteigen wollen."Die Bakfiets, wie sie in den Niederlanden genannt werden, gibt es als Zwei- und Dreiräder. Die Zweiräder sind leichter und geeignet für ein oder zwei Kinder. Das Dreirad dagegen hat in seiner Kiste Platz für bis zu vier Kinder oder zwei Baby-Schalen nebst Inhalt nebeneinander. Und es gibt Sicherheitsgurte, um die Kinder anzuschnallen. Außerdem haben die Eltern, anders als bei einem Anhänger, die Kinder immer im Blick. Mit so einem Rad ist es zum Beispiel möglich, ohne Mühe drei Kinder zu transportieren, dazu eventuell auch noch den Hund, das Spielzeug und den Wochenendeinkauf, ohne dass man ein Auto braucht. Das, sagt Peter van der Bijl, sei ja in Zeiten des Klimawandels nicht verkehrt.Bakfiets, Filibus, 995 oder der Pack-Max, so die Namen der Gefährte, sind zugegebenermaßen nicht besonders schnell und auch nicht leicht oder sportlich. Auch für lange Radtouren über Land sind sie nicht in erster Linie gedacht. Sie sind eben das ideale Transportmittel für den Alltag im Kiez. Dafür muss man zwar zwischen 1 350 und 1 695 Euro hinblättern. Aber das, so die Firmenwerbung, ist ja immer noch deutlich billiger als ein Auto. Und mehr Aufsehen erregt man mit dem Design-Fahrrad allemal.------------------------------Zwei und dreiHolland ist das Land der Radfahrer schlechthin. Jährlich werden dort um die 1,3 Millionen Fahrräder verkauft. Auf 1 000 Einwohner kommen 1010 Fahrräder, in Deutschland sind es 900. Der Holländer legt im Jahr statistisch 1 019 Kilometer auf dem Rad zurück, die Deutschen bringen es nur auf 300.In Berlin kann man die Bakfiets genannten Lastenräder in der Oderberger Straße 44 besichtigen, ausprobieren und natürlich auch in der gewünschten Variante und Farbe kaufen.------------------------------Foto: Auch mit zwei Rädern viel Platz für Kinder und Lasten.------------------------------Foto: Sicher auf drei Rädern und garantiert ohne CO2-Ausstoß durch Amsterdam: eines der Bakfiets-Modelle.