NEUKÖLLN Böse Überraschung für den Deutschen Guttempler-Orden: Unbekannte brachen in das Vereinshaus an der Wederstraße 24-26 ein und entwendeten neben einer Stereo-Anlage auch mehrere zum Teil über 100 Jahre alte Banner, Traditionsfahnen und Schärpen.Die Einbrecher hatten - so die Ermittlungen der Polizei - nachts die Fenster in dem Haus des Guttempler-Ordens aufgehebelt, waren in die Räume eingedrungen und hatten sie durchsucht. "Offenbar sahen die Täter zunächst nur die Musikanlage, doch dann nahmen sie auch noch die in Vitrinen gelagerten Fahnen und Banner mit", sagt Sprecher Werner Schuldt. Geschätzter Schaden: rund 50 000 Mark. "Wir haben die Fahnen und Schärpen wie ein rohes Ei behandelt. Der Verlust ist für uns unersetzbar", so Schuldt. Sie seien ein Stück Berliner Guttempler-Geschichte. Unter den gestohlenen Traditionssymbolen sind zum Teil über 100 Jahre alte Exemplare, die im Museum im neuen Guttempler-Haus an der Wildenbruchstraße ausgestellt werden sollten. "Ein Verkauf der Beute ist eigentlich unmöglich. Die Diebe können die Fahnen höchstens auf Flohmärkten anbieten", meint Schuldt. Der Sammlerwert sei enorm. Potentielle Käufer warnte er: "Die Herkunft ist anhand des Zeichens I.O.G.T. leicht zu klären. Es sei denn, andere Embleme werden auf die Fahnen genäht.Es ist nicht der erste Einbruch bei dem Orden. Bereits vor zwei Jahren waren Unbekannte eingedrungen. Doch die hatten kein Interesse an den geschichtsträchtigen Sachen.Der Guttempler-Orden ist eine gemeinnützige Organisation für ein alkohol- und drogenfreies Leben. Sie ist seit 1889 in Deutschland aktiv. Gegründet wurde der Orden 1852 in den USA, anlehnend an die Tempelritter und deren Samaritertätigkeit. Er ist heute in 45 Ländern tätig und hat 4,5 Millionen Mitglieder. "In Berlin gibt es zur Zeit 1 100 Mitglieder", so Schuldt. Fred Hasselmann +++