Im Gesicht von Jürgen Laarmann leuchten ein paar rote Flecken, aber daran sind sicher nur die Scheinwerfer schuld. Laarmann, der legendäre "Berlin Mitte Boy", hat sich in einen schwarzen Anzug geschmissen und hockt auf einer Bühne im Admiralspalast. Neben ihm sitzen ein Dutzend Musiker: Techno-DJs wie Westbam, Tanith und Cle von den Märtini Brös und HipHopper wie Maxim und DJ Craft von KIZ. Von ihnen will Laarmann wissen, was Electro und Hip Hop voneinander lernen können. Ob die Musikstile zueinander passen. Und am wichtigsten: "Wie könnte die Party dazu aussehen?"Die Frage ist ein wenig scheinheilig, denn im Grunde hat Laarmann schon eine recht genaue Vorstellung von der Antwort. Mitte Dezember erscheint die CD "Too Hot Club", auf der eine Reihe Berliner Musiker genau diese Fusion zwischen Electro und HipHop ausprobiert hat. Bereits am 29. November startet im Pulp Mansion in der Saarbrücker Straße die "Too Hot Club"-Partyreihe. Die Idee zu beidem stammt von Laarmann. Es ist also eher eine PR-Veranstaltung als eine Diskussionsrunde, zu der Laarmann da geladen hat. Was vielleicht erklärt, weshalb im Publikum kaum mehr Leute sitzen als auf dem Podium.Laarmann, Gründer des Techno-Magazins Frontpage und 2000 erfolgreich mit der Single "Berlin Mitte Boys", hat also ein neues Pferd im Trend-Rennen. Glaubt zumindest der Nachtleben-Macher, der kürzlich seinen 40. Geburtstag gefeiert hat.Die Musiker auf dem Podium sehen eher die Unterschiede zwischen den Musik-Stilen Electro und HipHop. Rapper Serk etwa ist aufgefallen, dass auf Techno-Partys "mehr gebumst" wird. Worauf Westbam nuschelt: "Aber ihr redet mehr darüber." Seine Anmerkung, dass Laarmanns Stilfusion musikalisch durchaus schon mal dagewesen ist, spielt dann keine so große Rolle. Was soll's. "Man geht auf eine Party, um Sex zu haben", sagt dann noch DJ Craft, und auch Jürgen Laarmann widerspricht da nicht.------------------------------Foto: Fusioniert neuerdings Musikstile: Jürgen Laarmann.