Die Mokka-Milch-Eis-Bar "Mokke" an der Karl-Marx-Allee 35 wurde 1961 gebaut. 300 Berliner und Gäste naschten hier zu DDR-Zeiten auf zwei Etagen gleichzeitig Eis. Dank solcher Kult-Eisbecher wie "Pittiplatsch" oder "Mokka-Flip" avancierte die Bar zu einem der beliebtesten Treffs Ost-Berlins.Ende der 60er Jahre lernte dann die ganze Republik durch Thomas Natschinski die Eis-Bar kennen. Tag und Nacht dudelte im Radio sein Ohrwurm: "In der Mokka-Milch-Eis-Bar hab' ich sie geseh'n, in der Mokka-Milch-Eis-Bar, da ist es gescheh'n". Die Resonanz auf den Schlager übertraf danach häufig die Kapazitäten der sozialistischen Gastronomie: Oft kamen Gäste in die Bar und sahen auf zwei Drittel der Tische Schilder mit der Aufschrift "Hier wird nicht bedient", oder warteten eineinhalb Stunden lang geduldig auf ihr Eis. Besonders nach Kinoschluß nebenan im "International" waren Sitzplätze und Softeis Mangelware.Ein Jahr vor ihrem 30. Geburtstag wurde die "Mokke" dann geschlossen. Die HO existierte nicht mehr, die Treuhand verwaltete den Bau und ließ ihn verwahrlosen. 1991 wollte die Londoner Zen Restaurant Group in der Bar ein China-Restaurant aufmachen - die Pläne scheiterten. Erst 1995 erlebte die Eisbar ihr Comeback. Seitdem strahlte die denkmalgeschützte Leuchtreklame mit den zwei Sternchen vor und hinter dem Schriftzug "Mokka-Milch-Eis-Bar" wieder vom Dach in der Berolinastraße. +++