Berlin. rkWDR-Intendant Friedrich Nowottny hat sich gestern bei Finanzminister Theo Waigel für die Lotto-Satire des Magazins "MonitOr" entschuldigt.Waigel war darin als "Kopf einer Lotto-Mafia" tituliert worden. Nowottny schreibt: "Mir tut es leid, daß Sie dieser Teil der Glosse nicht unberührt läßt, zumal ja der Bundesfinanzminister, wie Sie feststellen, am Geldsegen des Lottos keinen Anteil hat. Er könnte das Geld sicher gut gebrauchen, wenn ich mir die Finanzsituation vergegenwärtige."Nowottny räumte ein, daß die Satire leider danebengegangen sei. Mit süffisantem Unterton fügte er hinzu, daß kein Mensch, auch nicht die Mitarbeiter von "Monitor", den Minister als "Kriminellen" stempeln wollten. "Wir alle, auch als ehrliche Steuerzahler, sind von der Lauterkeit ihres Wirkens überzeugt." Allerdings wies Nowottny die Forderung Waigels zurück, daß ,die Verantwortlichen zum Teufel gejagt werden". "Von einem Christenmenschen, als der Sie nicht nur wegen Ihrer herausragenden Parteizugehörigkeit ausgewiesen sind, hätte ich erwartet, daß Sie vor allem um die Seele von Dr. Klaus Bednarz und am Ende um die meine ringen würden" , so Nowottny.Was Waigels Forderung nach Entschuldigung "an gleicher Stelle" angehe, wolle er, Nowottny, den Progranimdirektor anweisen, sich mit seinen Mitarbeitern darüber zu beraten. Er könne nicht voraussagen, was dabei herauskommt. Eine neuerliche Satire sei nicht auszuschließen.