Morgen eröffnet an der Adlershofer Florian-Geyer-Straße das erste Einkaufszentrums des Bezirkes Treptow. Die "Marktpassagen Adlershof" laden von nun an zum Bummel durch 37 Geschäfte ein.Einst stand hier eine Kabelfabrik. Doch daran erinnert nichts mehr. Nach 13 Monaten Bauzeit erhebt sich hinter einer Häuserfront an der Dörpfeldstraße das neue Einkaufszentrum "Marktpassagen Adlershof", Treptows erstes Center. Eigentlich hatte das Einkaufszentrum bereits Ende vergangenen Jahres fertig sein sollen. Doch der harte Winter Anfang 1996 hatte der Bauherrin Fontana Wohnungsbaugesellschaft mbH und der Kölner Eigentümerin GbR Geschäfts- und Dienstleistungszentren Adlershof und Ingelheim einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht und fünf Monate Verzögerung beschert. Noch am Wochenende sahen das Einkaufszentrum und seine Umgebung eher wie eine große Baustelle aus. In den Geschäften wurden Regale eingeräumt, wurde geschraubt und gehämmert. Rund um das Center wurden Bäume gepflanzt, Rasen gesät. Auch die Brunnenanlage, die ab heute mittag sprudeln soll, wurde installiert. Mehr als 20 Firmen mit rund 250 Mitarbeitern hatten in den vergangenen Monaten dafür gesorgt, daß das Einkaufszentrum pünktlich zum morgigen Eröffnungstermin fertig wird. Das lange und geduldige Warten der Adlershofer wird damit belohnt. 37 Geschäfte auf zwei Etagen laden ab morgen zum Einkaufen ein. Mit der richtigen Mischung: Der Branchenmix reicht von einer Reinigung über zahlreiche Textil- und Modegeschäfte bis hin zu einem Juwelier, einem Haushaltwarengeschäft und zwei Schuhgeschäften. Doch auch Apotheke, Touristik-Center, Friseur, ein Dänisches Bettenlager, ein Spielzeuggeschäft und ein Küchenstudio sind vertreten. Besonderer Anziehungspunkt aber wird wohl der minimal-Supermarkt mit 1 700 Quadratmetern Verkaufsfläche werden. Der 30 Millionen Mark teure Bau kann sich sehen lassen: Während der Öffnungszeiten stehen den Kunden drei Eingänge zur Verfügung, der Haupteingang befindet sich auf der dem Marktplatz in Adlershof zugewandten Seite. Im Untergeschoß befinden sich die Tiefgarage und fünf Geschäfte, darunter auch der Lebensmittelmarkt. Von dort aus können die Kunden das Erdgeschoß zu Fuß, über Rolltreppen oder einen Panorama-Fahrstuhl erreichen, der einen guten Überblick über das gesamte Einkaufszentrum garantiert. Die Verkaufsfläche erstreckt sich über 4 850 Quadratmeter. Ausreichend Platz also für einen ausgedehnten Schaufensterbummel. Der kann am Tage übrigens ohne künstliches Beleuchtung auskommen: Große Fenster im mittleren Bereich des Centers lassen den Eindruck entstehen, unter freiem Himmel spazieren zu gehen. Und wer vom vielen Herumbummeln schließlich geschafft ist, kann sich auf Bänken erholen oder sich an einem der drei Imbißstände stärken. Im Gegensatz zu anderen Einkaufszentren gilt in den Marktpassagen Adlershof übrigens kein Rauchverbot. Nach Ladenschluß allerdings ist ein Bummel an der 400 Meter langen Schaufensterreihe nicht möglich: Das Zentrum wird nach Geschäftsschluß abgeschlossen, lediglich Apotheke und Eiscafe verfügen über einen separaten Eingang. Die Marktpassagen Adlershof sind "ein von innen lebendes Einkaufszentrum", wie es der Architekt Hans-Jörg Untermann formuliert hat. Außen gibt es keine Schaufenster. Ein Grund mehr, einen Blick hineinzuwerfen. +++