Die Berliner Stadtreinigung (BSR) löst ihre betriebseigene Big Band auf. Weil die BSR sparen muß, kann sich der Betrieb das Orchester nicht mehr leisten. Der Unterhalt der Musikertruppe kostete die BSR bislang jedes Jahr rund 800 000 Mark."Niemand wird entlassen", versicherte BSR-Sprecherin Sabine Thümler. Die meisten der 18 Bandmitglieder seien ohnehin schon in der Hälfte ihrer Arbeitszeit in der Verwaltung beschäftigt gewesen. Nun würden sie dort als Vollzeitkräfte eingesetzt. "Wenn nötig, qualifizieren wir sie weiter", sagte Thümler. In Gesprächen werde nun versucht, die Musiker zu ihrer Zufriedenheit einzusetzen. "Wir haben nichts dagegen, wenn einige weiterhin nur halbtags bei uns arbeiten wollen, um in der restlichen Zeit als Musiker zu arbeiten", so Thümler.Die Big Band, die vor 70 Jahren als Laienorchester von BSR-Mitarbeitern gegründet wurde, hatte sich in den vergangenen 20 Jahren zu einer professionellen Band gemausert. Seit vier Jahren spielte die Big Band unter der Leitung von Helmut "Herb" Runge zunehmend auf außerbetrieblichen Veranstaltungen. Der Auflösung des BSR-Orchesters war ein fünfmonatiges Projekt vorangegangen, in dem die Bandmitglieder ein wirtschaftliches Sparprogramm und ein überarbeitetes musikalisches Konzept entwickeln sollten. BSR-Sprecherin Sabine Thümler: "Es ist nicht gelungen, ein tragfähiges Konzept zu finden." (meb.)