Über Stunden wurde die Hausfrau Beate F. vergewaltigt, gequält und schließlich getötet. Für die Tat, die im Juli 1994 geschah, müssen sich von heute an vier Männer zwischen 18 und 22 Jahren vor dem Berliner Landgericht verantworten. Sie sollen der Skinhead-Szene angehören.Wie Müll wurde die Leiche der 32jährigen Mutter von zwei Kindern abgelegt. Nackt, nur in eine braune Decke gehüllt, wurde sie neben Abfalltonnen an der Emmentaler Straße in Reinickendorf gefunden. Der Körper wies Striemen auf.Was die Polizei später herausfand, gehört zu den brutalsten Verbrechen, die sich in der Stadt ereignet haben. Um die zehn Stunden muß die Frau mißhandelt worden sein. Die Täter fesselten ihr Opfer, rasierten ihm die Haare ab und vergingen sich mehrfach an ihm. Doch auch dann ließen sie nicht von der wehrlosen Frau aus Weißensee ab. Sie sollte getötet werden, so die Ermittlungen. Die Täter versuchten, die 32jährige zu ersticken, zu ertränken, zu vergiften. Beate F. wurde schließlich erwürgt, ihre Leiche an die Mülltonne gelegt.Mieter des Hauses an der Emmentaler Straße 97 fanden die Tote. Sie waren es auch, die die Polizei zu den Tatverdächtigen führten. Nazi-Lieder gegrölt Die Hausbewohner berichteten den Ermittlern von einer Party, die zuvor in einer Wohnung im zweiten Stock des Hauses stattgefunden hatte. Dessen Mieter war als Skin bekannt. Oft waren aus den Räumen Nazi-Lieder zu hören gewesen. Bierflaschen sollen vom Balkon auf Fußgänger geworfen worden sein.Aufgrund der Zeugenaussagen fahndete die Mordkommission bereits am 27. Juli 1994 nach den Tatverdächtigen Oliver O. aus Steglitz, Mirko D. aus Lichtenberg und Dirk G. aus Lichtenrade. Der 19jährige Mirko D. wurde in der Wohnung seiner Eltern festgenommen. Der gleichaltrige Oliver P. wurde von seinem Vater zur Kripo gebracht.Nach Mitteilung der Polizei legten die jungen Männer ein Geständnis ab und verrieten auch den Namen des vierten Tatbeteiligten. Der 22jährige Matthias F. aus Reinickendorf wurde bald darauf festgenommen. Anklage: Mord Sie hatten offenbar zufällig ihr späteres Opfer kennengelernt und es mit in die Reinickendorfer Wohnung genommen. Den Schlüssel hatten die jungen Männer von dem Mieter erhalten, der verreist war.Die Staatsanwaltschaft wirft den Freunden gemeinschaftlichen Mord, Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vor. Die jungen Männer sollen die Frau getötet haben, weil sie im Falle einer Freilassung befürchteten, Beate F. werde sie anzeigen. Der auf vier Verhandlungstage angesetzte Prozeß wird möglicherweise auch klären, wie es zu einer derartigen Gewaltspirale kam und ob diese mit der politischen Gesinnung der Täter in Verbindung steht. +++