Nach mutmaßlichem Datendiebstahl: USA verklagt chinesische Hacker

Washington - Erstmals geht die US-Regierung juristisch wegen Cyber-Spionage gegen ausländische Regierungsvertreter vor. Es gebe Beweise, dass fünf chinesische Offiziere im Auftrag Pekings über das Internet vertrauliche Unterlagen aus Computern mehrerer US-Unternehmen entwendet hätten, sagte US-Justizminister Eric Holder am Montag in Washington. Ziel sei es, die Angeklagten in den USA vor Gericht zu stellen. Zu den betroffenen Unternehmen gehören der Stahlkonzern US Steel, der Kraftwerksbauer Westinghouse Electric, das Unternehmen Solarworld, der Aluminiumhersteller Alcoa. Die Hacker sollen der chinesischen Armee-Einheit 61 398 in Schanghai angehören.

Diese Art der Spionage habe enorme wirtschaftliche Schäden verursacht, sagte Holder. Die Einbußen würden auf 24 bis 120 Milliarden US-Dollar (17,5 bis 87,5 Milliarden Euro) pro Jahr geschätzt, hieß es in der Zeitung Washington Post. Die USA selbst betrieben keine Wirtschaftsspionage, behauptete der US-Justizminister. Die US-Regierung meine, dass der Erfolg auf dem internationalen Markt ausschließlich vom Innovationsvermögen der einzelnen Wirtschaftsunternehmen abhängen solle.

China weist Vorwürfe kategorisch ab

Die chinesische Seite hat derartige Vorwürfe immer kategorisch zurückgewiesen und Beweise gefordert. Diese würden jetzt vorgelegt, sagte John Carlin, im US-Justizministerium zuständig für Fragen der nationalen Sicherheit. Im Februar 2013 hatte die US-Sicherheitsfirma Mandiant in einer Untersuchung die Aufmerksamkeit auf eine Sonderheit der chinesischen Streitkräfte gelenkt.

Mit Wissen und Unterstützung der chinesischen Staatsführung sei „eine ausgedehnte Cyberkampagne“ gegen mehr als 140 Ziele in den USA im Gange, hieß es in dem Bericht. Die Anklageerhebung gilt als ein Signal, dass die Geduld der US-Regierung mit mutmaßlichen chinesischen Hackern zu Ende geht.