Die Berliner Slcherheitsbehörden haben nach der Verhaftung mehrerer führender Neonazis eine deutliche Beruhigung in der rechtsextremen Szene registriert."Der organisierte Rechtsextremismus hat einen erheblichen Rückschlag erhalten", erklärte ein Staatsschützer gegenüber der Berliner Zeitung. Grund: Zur Zeit sitzen drei Neonazi-Führer im Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft ist entschlossen, auf harte Strafen zu dringen.Jüngster Ermittlungserfolg: Die Festnahme des Azubis Oliver W., der Mitte Oktober mit einer Anleitung zum Bau von Bomben festgenommen wurde. Bei der anschließenden Hausdurchsuchung am Kreuzberger Moritzplatz fanden die Staatsschützer entsprechenden Sprengstoff.W. gilt In Sicherheltskreisen als sehr gefährlich: Bereits am 13. August hatte er während einer antifaschistischen Demonstration in Wedding ein Fernsehteam des WDR mit einer Präzlslonsschl~uder beschossen und elnen Reporter verletzt. Er erhielt Haftverschonung. Seit kurzem sitzt er nun hinter Gittern. Eine längere Haftstrafe Ist so wahrscheinlich, daß W. seinen Antrag auf Haftprüfung von selbst zurückzog.Eine längere Strafe wird auch für die Nummer eins der Berliner Neonazi-Szene erwartet: Der Weddinger Arnulf Priem sitzt seit dem 13. August In Untersuchungshaft. Nach dem Angriff auf das WDR-Team hatte die Polizei bei ihm bei einer Hausdurchsuchung mehrere Mobtowcocktails, Schlagwerkzeuge sowie zwel scharfgemachte Pistolen gefunden. "Wir legen ihm Verstoß gegen das Waffengesetz, Bildung eines bewaffneten Haufens und Rädelsführerschaft zur Last", sagte der ermitteinde Staatsanwalt der Abteilung für politische Delikte, Knispel.Zur Begründung der langen Untersuchungshaft sagte die Staatsanwaltschaft: ~Priem hat eine bundesweite Führungsposltion Inne und verfügt über vielfältige Kontakte. Es wäre ihm ein Leichtes, unterzutauchen." Knispei ist entschlossen, im Fall Priem auf eine längere Haftstrafe zu plädieren: "Es gibt keine gute Sorialprognose. Herr Priem ist seit Anfang der 70er Jahre in der rechtsextremen Szene aktiv." Bisher mußte Priem trotz seiner vielfältigen, teilweise illegalen Aktivitäten nie für längere Zeit hinter Gitter.Dritter Neonazl-Kader ist der Ost-Berliner Markus 8., der bereits zu einer Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt wurde. Vorwurf: Wiederholte rechtsextreme Propaganda. B. gilt als führender Kopf der Zeitung "NS-Denkzettel" und vertreibt Agltatlonsmateriai der Untergruppe "NSDAP-Auslandsorganisatlon". Zur Zeit wird ein erneutes Verfahren gegen ihn vorbereitet."Die Szene iäuft zur Zeit auf Sparflamme", so Staatsanwalt Knispei. "Die Fälle zeigen, daß ein Verfolgungsdruck Ergebnlsse bringt." host