MAHLSDORF Seinen vierjährigen Geburtstag feierte am Sonnabend das Nachbarschaftszentrum "Donizetti". Was nach der Wende als Auffangbecken für arbeitslose Ärzte begann, ist mittlerweile zu einer der wichtigsten Begegnungsstätten in Mahlsdorf geworden.Wo sich sonst vierzehn Selbsthilfegruppen in aller Ruhe treffen, tobten diesmal Kinder. Nicht nur beim Nachbarschaftsfest, diesmal als kleine Jubiläumsfeier angelegt, ist die ehemalige Jugendzahnklinik in der Donizettistraße 13 ein offenes Haus. "Die Resonanz bei den Anwohnern ist sehr groß", sagte Leiter Wolfgang Pechmann. "Dabei helfen die Kurse, die oft vorhandene soziale Isolation zu überwinden", so Pechmann. Über hundert Gratulanten, darunter CDU-Kreisvorsitzender Elmar Pieroth und die Berliner Bürgermeisterin Christine Bergmann (SPD), nutzten am Sonnabend die Gelegenheit, sich über die Arbeit des sozio-kulturellen Zentrums zu informieren. "Gerade in Mahlsdorf gibt es zu wenig Einrichtungen mit diesen Angeboten", sagte Christine Bergmann. Schüler und Senioren Maria Schneider, die hier seit zwei Jahren einen Sprachkurs besucht, möchte geistig fit bleiben. "Ich finde gut, daß ich im `Donizetti` ältere Menschen treffe", sagte die 60jährige Mahlsdorferin. Doch nicht nur Senioren nutzen ausgiebig die Angebote der Begegnungsstätte."Hier können sich schwangere Frauen gemeinsam auf die Geburt vorbereiten", nannte Pechmann, der von Anfang dabei ist, ein Beispiel der vielen Angebote. Dabei liegt dem Diplompsychologen besonders der Verbund zwischen dem "Donizetti", dem Kiez und den Schulen am Herzen. So nutzen die Schulklassen der 15. Grund- und der 2. Lernbehindertenschule die Möglichkeit, in der Holzwerkstatt zu basteln oder in der Demonstrationsküche zu backen und zu kochen. Zukunft ungewiß Das Haus wurde vor vier Jahren von der Berliner Ärztekammer umgebaut und sollte Ärzte aus dem früheren DDR-Gesundheitswesen auffangen, die sich wegen ihres Alters nicht mehr niederlassen konnten. Inzwischen hat sich der Charakter des Hauses gewandelt.In die Feierlichkeiten mischte sich auch Ungewißheit über die Zukunft. So stellen die Kürzungen des Senats das Nachbarschaftshaus infrage. "Die Arbeit in der Begegnungsstätte ist nur bis Jahresende finanziell abgesichert", sagte Helga Schick, die Geschäftsführerin des Trägervereins. Sie vermißt zudem die Unterstützung durch das Bezirksamt. Schon jetzt hätten einige Angebote gestrichen werden müssen. "Es wäre hilfreich, wenn uns das Bezirksamt die Miete erläßt", sagte sie.Reza Salimi-AslDas Nachbarschaftshaus "Donizetti" (Tel. 567 78 38) ist montags bis donnerstags von 10 bis 17 Uhr und freitags von 10 bis 15 Uhr geöffnet. +++