Er schrieb "Unzeitgemäße Betrachtungen", Bücher "für alle und keinen" oder für "freie Geister", und in seiner - wenn man so will - Autobiografie "Ecce homo" erklärt er in dem Kapitel "Warum ich ein Schicksal bin": "Ich kenne mein Loos. Es wird sich einmal an meinen Namen die Erinnerung an etwas Ungeheures anknüpfen, - an eine Krisis, wie es keine auf Erden gab, an die tiefste Gewissens-Collision, an eine Entscheidung heraufbeschworen gegen Alles, was bis dahin geglaubt, gefordert, geheiligt worden war. Ich bin kein Mensch, ich bin Dynamit." Wie immer sich aber auch Friedrich Nietzsche "sein Loos" vorgestellt haben mag, nun ist es sein Schicksal geworden, weniger als Dynamit gefürchtet, denn als Philosoph verehrt zu werden. Seinen 100. Todestag wird die Stadt Naumburg vom 19. bis zum 27. August mit einem Internationalen Kongress und einer "Festwoche" begehen. Schirmherr ist der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt.Nietzsche-WanderungAm Samstag, dem 19. August, wird die Festwoche durch den Oberbürgermeister der Stadt Naumburg eröffnet, im Anschluss (20 Uhr) bietet das Theater Petmecky & Company aus Bremen Tanztheater unter dem Titel "Bei der dritten Häutung". Am Samstag um 20 Uhr ist das Theater Dialog aus Detmold mit dem Stück "Erlösung dem Erlöser" zu Gast in Naumburg, und am Montag folgt eine szenische Lesung "Ich bin kein Mensch, ich bin Dynamit" durch Silvia Fink, Luise Härtwig und Harald Schwaiger. Am Dienstag, auch 20 Uhr, spielt der Pianist Johann Gottlob von Wrochem Klavierlieder- und Stücke von Friedrich Nietzsche. Am Mittwoch wird eine "Nietzsche-Wanderung von Naumburg nach Schulpforta" angeboten.Am Donnerstag, dem 24. August, beginnt dann der Nietzsche-Kongress um 9.30 Uhr. Den Festvortrag hält Volker Gerhardt von der Humboldt-Universität Berlin: "Existenz und Humanität. Nietzsche nach 100 Jahren". Der philosophische Hauptvortrag wird von Herbert Schnädelbach (Berlin) zum Thema "Nietzsche und die Metaphysik des 20. Jahrhunderts" gehalten. Giuliano Campioni aus Lecce spricht über "Nietzsche und die französische Kultur".Nietzsche-PreisAuch am Donnerstag um 15 Uhr wird der Friedrich-Nietzsche-Literaturpreis des Landes Sachsen-Anhalt an den Nietzsche-Biografen Rüdiger Safranski verliehen, der sich um 20 Uhr mit einem Vortrag über "Friedrich Nietzsche. Um sein Leben denken" für die Auszeichnung bedankt. Am Freitagvormittag gibt es drei Einzelvorträge: Henning Ottmann (München) über "Nietzsches Politik", Johann Figl (Wien) über "Religionen in der Moderne. Nietzsches Diagnose, ihre Probleme und Perspektiven" und Werner Stegmaier (Greifswald) über "Nietzsches Lehren, Nietzsches Zeichen".Ab Freitagmittag folgen dann die Arbeitskreise unter anderem zu "100 Jahre Nietzsche-Rezeption", "Ökophilosophie nach Nietzsche", "Kultur - Religion - Kunst", "Nietzsche und die Psychologie". (bil.)Weitere Informationen zur Nietzsche-Festwoche finden sich unter www.nietzsche-gesellschaft.de