Im Mordfall Nicole Laatsch treten die Ermittler bei der Suche nach dem Täter auf der Stelle. Deshalb bittet die 6. Mordkommission jetzt um Mithilfe bei der Fahndung nach dem Mörder.Die 24jährige Frau war am 25. Januar 1997 verschwunden. Ein Förster fand ihre zerstückelte Leiche am 20. August vergangenen Jahres in einem Wald am Nesselgrundweg bei Caputh unweit von Potsdam. Der Kopf war abgetrennt worden und lag in einem blauen Plastiksack neben dem Torso der Frau.Anzeigenblatt und LakenresteKonrad Zehnpfenning, Leiter der 6. Mordkommission, schließt nach den bisherigen Ermittlungen nicht aus, daß der Mörder von Nicole Laatsch in der Nähe von Caputh lebt oder sich dort regelmäßig aufhält. Darauf deuten die wenigen Spuren hin, die die Kripo in der Nähe der Toten im Wald fand: unter anderem ein Exemplar des Anzeigenblattes "Der Potsdamer", vom 29. Januar 1997, eine Plastiktüte des auch in Potsdam ansässigen Supermarktes "Multi" sowie Reste eines Bettlakens, das in der DDR hergestellt worden ist. Konrad Zehnpfenning: "Bislang sind wir insgesamt 70 Spuren nachgegangen. Jedoch mit nur mäßigem Erfolg." Jetzt konzentrieren sich die Ermittlungen auf die fünf blauen Müllsäcke, in denen die Leichenteile verpackt waren. Die Säcke wurden mit einer Kunststoff-Schnur verschlossen. Wie die Polizei jetzt bekanntgab, band der Täter einen Knoten mit Trageschlaufe, der hauptsächlich von Seefahrern, Gerüstbauern oder Seglern verwendet wird. Allerdings ist der Knoten nicht völlig fachgerecht gebunden. Außerdem lag in einem der Säcke ein Latex-OP-Handschuh der Firma Helm-Pharmaceuticals Hamburg sowie eine rote Jogginghose der Größe 164 mit geflicktem Dreieckriß im linken Hosenbein.Nicole Laatsch hatte nach den bisherigen Ermittlungen der Kripo am 25. Januar 1997 ihre Wohnung in einem Heim in der Czeminskistraße in Schöneberg verlassen, um eine Geburtstagsparty zu besuchen.Auf dem Weg dorthin wurde die junge Frau und Mutter eines vierjährigen Jungen, der beim Vater lebt, vermutlich von einem Freier mitgenommen und später ermordet. Die 24jährige Drogenabhängige verdiente ihren Lebensunterhalt als Prostituierte auf der Kurfürstenstraße in Tiergarten. Einen Zusammenhang zu anderen Morden schließt Zehnpfenning gegenwärtig aus. Er glaubt bislang weder Professionalität noch perverse Neigungen beim Täter zu erkennen. Die Leiche sei vermutlich zerstückelt worden, um sie besser transportieren zu können, sagte der Chefermittler. Die Mordkommission fragt nun: Wer kann Hinweise auf Personen geben, die Prostituierte auf dem Berliner Drogenstrich suchen oder gesucht haben, aber in der Umgebung von Caputh wohnen, arbeiten oder in der Nähe eine Laube besitzen. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. Für Informationen, die zur Ergreifung des Täters führen, ist eine Belohnung von 10 000 Mark ausgesetzt.

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