Die Village Cinemas in der Kulturbrauerei sind verkauft worden. Die acht Kinosäle sind von der Kinopolis übernommen worden, der Multiplex-Tochter der Kinowelt Medien AG. Im Februar werden sie offiziell in "Kinopolis" umbenannt. Bis dahin soll in der Darmstädter Konzernzentrale geklärt sein, mit welchem Programm das Kino künftig betrieben wird. "Wir wollen den Spagat wagen zwischen anspruchsvollen ,Arthouse -Filmen und den Filmen für den Massengeschmack", sagt Kinopolis-Sprecher Thorsten Blank. Intensive Marketing-Bemühungen sollen das "wunderhübsche Kino" an der Sredzkistraße bei den Kinogängern bekannter machen.Das Village-Multiplex hatte im März 2000 eröffnet. Die Besucherzahlen blieben allerdings hinter den Erwartungen zurück. Das bestätigte Marian Kankowski vom Technischen Management bereits im vergangenen Herbst: "Uns fehlt ein Hit." Nach unbestätigten Berichten kam 2000 nur ein Drittel der erwarteten Kinogänger in die acht Säle mit den 1 150 Sitzen. Das neue Multiplex litt insbesondere unter der Nachbarschaft zum Cinemaxx Colosseum, das nur wenige hundert Meter entfernt an der Schönhauser Allee liegt. In dieser Nähe sieht auch Kinopolis-Sprecher Blank das größte Problem, das Multiplex künftig profitabel zu betreiben. An eine Schließung sei aber "definitiv nicht gedacht".Weitere Aktivitäten von Kinopolis werde es in Berlin nicht geben. "Wenn Berlin an einem keinen Mangel leidet - dann an Kinos", sagt Blank. Mit dieser Einschätzung ist er nicht allein. Es gebe generell zu viele Kinos in der Stadt, sagt Rolf Zauleck vom Hauptverband Deutscher Filmtheater. Seit 1995 ist die Zahl der Kinosäle von 162 auf 275 gestiegen, heute gibt es in Berlin rund 57 000 Kinosessel. Cinemaxx-Sprecher Arne Schmidt erwartet daher eine "Konsolidierung des Marktes". Auf Deutsch: Es werden Kinos schließen. Angesichts dieser Prognosen wurden daher im vergangenen Jahr Kinopläne für Spandau, Wilmersdorf, Tempelhof, Köpenick und Bahnhof Zoo aufgegeben.Die Village Cinemas versuchten im vergangenen Herbst durch eine Freikarten-Aktion zusätzliche Besucher in ihre Kinos zu ziehen. Das sei ein "ganz normales Marketing-Mittel", sagte Manager Kankowski damals. Gegen die Freikarten-Aktion waren andere Kinobetreiber mit einstweiligen Verfügungen vorgegangen.Neue Nummer zwei // 14 Multiplex-Kinos gibt es derzeit in Berlin. Neun davon betreibt Cinemaxx!Ufa. Die übrigen teilten sich bisher Kieft & Kieft (zwei) sowie UCI, UPI und Village Roadshow mit jeweils einem.Village Roadshow hat bislang Multiplexe in Berlin, Hamburg, Oberhausen, Gelsenkirchen, Mönchengladbach, Magdeburg und Sindelfingen geführt. Als achtes Kino sollte Ende des Jahres ein Multiplex in München mit 14 Leinwänden und 4 000 Plätzen eröffnen.Kinowelt übernimmt von Village 59 Kinosäle mit 14 500 Plätzen. Inclusive des Münchener Neubaus wird der Konzern über seine Multiplex-Tochter Kinopolis 17 Prozent der deutschen Multiplexe kontrollieren und ist damit zweit- größter Betreiber nach Cinemaxx!Ufa.BLZ/PAULUS PONIZAK Neuer Betreiber, neues Programm? Das Village gehört jetzt Kinowelt.