Woran arbeiten Sie?" wurde Herr K. gefragt. Herr K. antwortete: "Ich habe viel Mühe, ich bereite meinen nächsten Irrtum vor." Wer bei guten Vorsätzen vorgeht wie Bertold Brechts Herr Keuner in der Geschichte "Mühsal der Besten", hat gute Karten. Er handelt weise, weil er wachsam ist gegenüber seinen Gewohnheiten. In der Fachsprache der Psychologie nennt sich dieser Ansatz "Mentales Kontrastieren" (MCII). Und das geht so: Ein Mensch, der abnehmen will, malt sich nicht nur aus, wie schön es ist, schlank zu sein. Er rechnet realistischerweise schon im Vorfeld mit möglichen Hindernissen, und überlegt sich, was er konkret tun wird, wenn ihm der innere Schweinehund im Weg steht (Durchführungsstrategien). Auch plant er, welche Gelegenheiten günstig sind, um sein bisheriges Ess- oder Bewegungsverhalten positiv zu ändern.Neu entwickelt worden ist dieses Konzept zur Lebensstiländerung (MCII) von Professor Gabriele Oettingen, Leiterin der Forschungsstelle für Motivationspsychologie an der Universität Hamburg.Die Feuerprobe hat das neue Konzept schon bestanden. In einer von der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) geförderten Langzeitstudie mit 300 Frauen wurden zwei Gruppen gebildet. Beide Gruppen hatte man im Sinne des positiven Denkens ausführlich zum Thema "Bewegung und gesunde Ernährung" informiert. Nur eine Gruppe wurde mit der neuen und in einer Stunde erlernbaren MCII-Motivationstechnik vertraut gemacht. Ergebnis: Nach einer Woche trieb die MCII-Gruppe eine Stunde mehr Sport, ernährte sich wesentlich gesünder als die Kontrollgruppe und zeigte dieses Verhalten noch nach vier Monaten. Seit Herbst 2007 bietet die DAK Kurse für Ernährung und Bewegung nach der MCII-Methode auch in Berlin und Potsdam an. Prinzipiell können auch Mitglieder anderer Krankenkassen an den Kursen teilnehmen, wenn sie zuvor einen Antrag bei ihrer Kasse gestellt haben, betont Nina Osmers von der DAK. (par.)------------------------------Foto: Umdenken: Die Teilnehmer sollen ihr Essverhalten auf Dauer verändern.