Berlin - In Deutschland sind 1028 Menschen gestorben, nachdem sie gegen Corona geimpft wurden. Das steht in einem „Sicherheitsbericht“ des Paul-Ehrlich-Instituts, der sich mit dem ersten halben Jahr der Impfungen in Deutschland befasst. Die Verstorbenen gehörten zu einer Gruppe von mehr als 10.000 Menschen, die nach einer Corona-Impfung ins Krankenhaus oder zum Arzt mussten. 

Der Bericht trifft damit keine Aussage über die Todesursachen. Die Menschen wurden „nach“ einer Impfung krank oder starben, heißt es. Die Fälle werden als „Verdachtsfälle“ bezeichnet. Im Zeitraum des Berichts gab es fast 75 Millionen Corona-Impfungen in Deutschland.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Personen zufällig nach der Impfung, aber wegen ihres zum Teil hohen Alters oder an ihrer Vorerkrankung verstorben sind, ist sehr hoch“, erklärt Stefan Vieths, Vizepräsident des Paul-Ehrlich-Instituts auf Anfrage der Berliner Zeitung. 

Es komme auch vor, dass Menschen nach der Impfung an Covid-19 sterben, weil sie zum Zeitpunkt der Immunisierung schon infiziert waren, ohne es zu wissen oder die Infektion kurz nach der Impfung geschah, erklärt Vieths weiter.

„Wenn jemand im Krankenhaus stirbt, der kürzlich geimpft wurde, dann wird uns das mit hoher Wahrscheinlichkeit als Verdachtsfall gemeldet“, so Stefan Vieths. „Das bedeutet nicht automatisch, dass die Impfung die Ursache für den Tod dieses Menschen ist. Solche Fälle zu untersuchen, eine Bewertung über einen möglichen Zusammenhang zur Impfung zu erstellen, gehört zu den wichtigen Aufgaben des Paul-Ehrlich-Instituts.“

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist dem Gesundheitsministerium unterstellt und zuständig für die Zulassung von biomedizinischen Arzneimitteln und Impfstoffen. Es überwacht auch die Sicherheit von Impfstoffen. Seit Beginn der Corona-Impfungen hat das Institut bereits zwölf Sicherheitsberichte veröffentlicht, die auf seiner Webseite abrufbar sind. In den Berichten bis Juni finden sich detaillierte Angaben zu schweren Erkrankungen und Todesfällen nach Impfungen. 

Wenn Ärzte von gesundheitlichen Beschwerden bei Patienten nach einer Impfung erfahren, müssen sie das an die Gesundheitsämter melden. Es sei denn, sie finden eine andere Ursache für die Probleme. Die Ämter geben die Daten an das PEI weiter. Ärzte, Patienten und Angehörige können auch direkt Fälle melden, über die Webseite www.nebenwirkungen.bund.de.

Das Institut bewerte, ob es möglicherweise einen Zusammenhang mit der Impfung oder andere plausible Gründe für den Tod der Patienten gibt, sagt der Vizepräsident.

Unabhängig davon gilt: Alle Verdachtsfälle, die dem Institut gemeldet werden, finden Eingang in die Datenbank – und bleiben dort auch.