Berlin - Dieser feine, preußische Taler erinnert an Friedrich den Großen, stammt aus dem Jahr 1765 und ist aufgrund seiner Seltenheit heute 15.000 Euro wert. Zuletzt war die Münze in Besitz des Berliner Sammlers Axel Tesmer. Doch dieser starb 2019 und bat darum, seinen Nachlass wieder in Umlauf zu bringen. Darunter ist auch dieser seltene Bancotaler. Versteigert wird er am 29. September im Auktionshaus Künker in Osnabrück.

Die Banken und der Großhandel entwickelten für den größeren Zahlungsverkehr im 17. und 18. Jahrhundert eine eigene Währung, mit der man unabhängig vom normalen Münzverkehr zahlen konnte. So entstand der Depottaler oder auch Bancotaler. Mit ihm war auch das Sparen möglich.

Die Münze sei von feinster Erhaltung, mit dem geharnischten Brustbild von Friedrich II. (1740-1786) auf der Vorderseite und einem gekrönten Adler auf der Rückseite, teilt das Auktionshaus mit.  

Was macht den Bancotaler aber so wertvoll?  Um die Wirtschaft nach dem Siebenjährigen Krieg wieder anzukurbeln, gründetet Friedrich der Große 1765 die Königliche Giro- und Lehn-Bank zu Berlin, der Vorläufer der späteren Deutschen Reichsbank.

Um den Menschen das Sparen zu ermöglichen, ließ er die Bancotaler prägen. Eine alte Form der Geldanlage also.  Die Münzen unterschieden sich nur unwesentlich von den zu jener Zeit üblichen preußischen Reichstalern, waren aber mehr wert: vier Bancotaler kosteten laut dem Auktionshaus fünf Reichstaler. Die meisten der 100.000 geprägten Taler wurden aufgrund des ausbleibenden Erfolges 1790 wieder eingeschmolzen. Nur wenige wurden ausgegeben, von denen heute nur noch einzelne Exemplare erhalten sind.