Berlin - Vier Männer sollen eine 17-Jährige nach einer Party in einem Hotelzimmer in Berlin gemeinschaftlich vergewaltigt haben. Das Landgericht verhängte gegen sie Jugendstrafen zwischen zweieinhalb und knapp drei Jahren. Die Jugendliche sei in einem Zustand gewesen, in dem sie nicht in sexuelle Handlungen einwilligen oder diese ablehnen konnte, hieß es am Freitag in der Begründung des Urteils gegen einen 20-Jährigen. Laut Zeugen habe sie „wie eine abgelegte Tote“ auf dem Bett gelegen und geschlafen. Die Angeklagten hätten das Geschehen zum Teil mit ihren Handys gefilmt. Die Videos würden fassungslos machen.

Vor dem mutmaßlichen Übergriff Ende Oktober 2019 in Berlin-Mitte sollen die Angeklagten, von denen mehrere aus Nordrhein-Westfalen angereist waren, mit weiteren Bekannten in einem Hotelzimmer gefeiert haben. Die damals 17-Jährige, die die Männer bis dahin noch nicht gekannt habe, sei von einer Freundin zu der Party eingeladen worden, so das Gericht. Gegen zwei Uhr morgens sei es zu dem Übergriff gekommen. Die vier verurteilten 20- und 21-Jährigen hätten sich spontan entschlossen, sexuelle Handlungen vorzunehmen. Nacheinander hätten die Jugendliche vergewaltigt.

Verteidiger hatten auf Freispruch plädiert

Ein 20-Jähriger erhielt mit zwei Jahren und zehn Monaten Haft die höchste Strafe. Ein fünfter Angeklagter wurde freigesprochen. Die Richter folgten im Wesentlichen der Staatsanwaltschaft, die Strafen von etwa drei Jahren gefordert hatte. Die Verteidiger hatten auf Freispruch plädiert. Die Angeklagten hatten erklärt, der Sex sei einvernehmlich gewesen.

Der Prozess lief zum Teil unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Am Freitag fiel nach dreimonatiger Verhandlung das letzte Urteil. Die Entscheidungen sind noch nicht rechtskräftig.