Berlin - In der Hauptstadt sind im vergangenen Jahr elf Menschen bei Badeunfällen gestorben, das waren deutlich mehr als 2019. Damals ertranken zwei Personen, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Dienstag in Berlin bekanntgab. „Gerade in Berlin wurden sich Flussabschnitte oder Seeabschnitte gesucht, von denen kein Mensch dachte, dass dort jemals irgendjemand baden gehen würde“, erläuterte Sprecher Achim Wiese.

Ein wichtiger Grund seien die von den Behörden angewiesenen strengen Zugangsregeln in Bädern gewesen. Wegen der Corona-Pandemie konnten sich in den Bädern und an bewachten Badestellen nur noch deutlich weniger  Menschen abkühlen als sonst. Viele suchten sich deshalb Alternativen.

Die meisten Menschen starben 2020 demnach in Flüssen und Seen, wo vergleichsweise wenige Badestellen von Rettungsschwimmern bewacht werden. Das Risiko, dort zu ertrinken, ist laut DLRG um ein Vielfaches höher als an Küsten oder in Schwimmbädern. Insgesamt ertranken in Deutschland mindestens 335 Menschen.

18 ertrunkene Kinder im Vorschulalter und fünf im Grundschulalter

Die Wasserretter warnten wegen der coronabedingt langfristig geschlossenen Schwimmbäderzudem  vor einem „verlorenen Jahr in der Schwimmausbildung“. DLRG-Präsident Haag zufolge ertranken im vergangenen Jahr 18 Kinder im Vorschulalter und fünf im Grundschulalter. Durch in Zusammenhang mit Corona angeordneten Schließungen konnten weniger Kinder schwimmen lernen.

„Diese Entwicklung ist alarmierend und hat bereits vor der Pandemie begonnen“, kritisierte Haag. Fast ein Viertel aller Grundschulen können demnach keinen Schwimmunterricht mehr anbieten, weil ihnen kein Bad zur Verfügung steht und ausbildende Verbände haben lange Wartelisten. Mehr als jeder zweite Grundschulabsolvent sei kein sicherer Schwimmer mehr.