Mit Passagieren von Albanien nach Deutschland ohne eine einzige Pause: Das hat der Fahrer eines Linien-Reisebusses laut seiner Fahrerkarte „geschafft“, wie die Verkehrspolizei Coburg am Donnerstag mitteilte. Auf anderen Touren habe er eineinhalb Stunden Ruhepause eingelegt. „Ankommen statt Umkommen als reines Glücksspiel“ – so wurde der Fahrstil in der Mitteilung beschrieben. Schwerverkehrsspezialisten der Polizei hatten den Bus am Donnerstag auf dem Rastplatz Coburg Forst Ost kontrolliert und dabei diverse Verstöße festgestellt; unter anderem anhand der Fahrerkarte, auf der die Fahr- und Pausenzeiten gespeichert sind.

In dem Bus befanden sich den Angaben zufolge 25 Passagiere, darunter Familien mit kleinen Kindern – und ein staatsanwaltschaftlich gesuchter Mann, dem illegaler Aufenthalt zur Last gelegt wird. Der zweite Fahrer habe die gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten ebenfalls „gänzlich missachtet“, so die Polizei. Um die Verstöße zu verschleiern, habe er die Fahrerkarte eines Kollegen benutzt, der nicht mit an Bord war.

Von Vlora nach Hamburg ohne Pause

Der Bus ist den Angaben der Polizei zufolge im internationalen Linienverkehr von der Hafenstadt Vlora im Süden Albaniens nach Hamburg unterwegs – das sind etwa 2300 Kilometer. Laut grenzübergreifendem Abkommen für Bus- und Lkw-Fahrer darf ein Fahrer maximal neun Stunden am Tag am Steuer sitzen. Spätestens nach viereinhalb Stunden muss er eine 45-minütige Pause einlegen. Diese kann auch in zwei Pausen von 15 und 30 Minuten aufgeteilt werden. Die Fahrer durften am Donnerstag nach einer mehrstündigen Pause ihren Weg von Bayern nach Hamburg fortsetzen. Sie erwarte ein hohes Bußgeld, einen Teil hätten sie schon nach der Kontrolle bezahlt, hieß es.