Berlin - Glühwein, gebrannte Mandeln und ein Geschenk für Heiligabend: 2020 gab's das alles nicht – zumindest nicht auf den großen Weihnachtsmärkten des Landes. Ein Jahr später sind die Infektionszahlen zwar auf Rekordniveau – allerdings ist auch ein Großteil der Bevölkerung geimpft. Was also wird aus den Weihnachtsmärkten? Viele Städte suchen in diesem Jahr eigene Lösungen.

Der weltberühmte Christkindlesmarkt in Nürnberg dürfte wohl nach derzeitigem Stand stattfinden. Seit Monaten arbeitet die Stadt an einem dezentralen Konzept. Demnach gibt es ein „Stufenkonzept“: Je nach Corona-Lage und -Auflagen kann der Markt angepasst werden. Ähnliche „Eskalationsstufen“ hat auch die Stadt Augsburg für ihren Markt in der Schublade. An diesem Montag soll in Nürnberg und Augsburg über die genauen Konzepte informiert werden. Ingolstadt hingegen hat bereits den Weihnachtsmarkt wegen der „dramatischen“ Situation in den Krankenhäusern abgesagt.

Winterwelt am Potsdamer Platz bereits geöffnet

Der Weihnachtsmarkt am Schloss Charlottenburg in Berlin wurde für dieses Jahr ebenfalls abgesagt. Die Winterwelt am Potsdamer Platz hat aber bereits geöffnet, auch in Berlin-Lichtenberg wird die Weihnachtszeit eingeläutet: Der Weihnachtsmarkt in der Landsberger Allee hat seine Pforten für Besucher geöffnet. Die meisten anderen Märkte – darunter der traditionelle Weihnachtsmarkt am Roten Rathaus – beginnen am 22. November. Am 27. November, also dem ersten Adventswochenende beginnt die Hochsaison. Es müssen Masken getragen werden, falls nicht die 2G-Regel gilt. Diese soll laut Senat nur dort gelten, wo beim Einlass auch Gäste kontrolliert werden können. Sonst greift die 3G-Regelung.

In Bochum können sich die Menschen zur Öffnung des großen Weihnachtsmarktes in der kommenden Woche sogar vor Ort gegen das Coronavirus impfen lassen. „Wir gehen auch mit unseren mobilen Impfangeboten immer dorthin, wo viele Menschen sind. Genauso machen wir es nun mit der Impfstelle auf dem Weihnachtsmarkt“, sagte ein Stadtsprecher der Deutschen Presse-Agentur am Freitag.

In Hamburg wird der Roncalli-Weihnachtsmarkt in zwei Bereiche aufgeteilt. Im umzäunten Gastronomie-Bereich, in dem die Besucher Glühwein trinken und essen können, gilt die 2G-Regel, das heißt, dort haben nur vom Coronavirus Genesene und Geimpfte Zutritt. Im Händler-Bereich haben alle Besucher Zutritt, es gilt jedoch Abstands- und Maskenpflicht.

Absagen hält man - zumindest derzeit – auch in Niedersachsen nicht für nötig. In Sachsen-Anhalt soll es Märkte mit 2G- und 3G-Regelungen geben. Wohingegen Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) Absagen fordert. „Man kann sich doch nicht vorstellen, dass man auf dem Weihnachtsmarkt steht, Glühwein trinkt und in den Krankenhäusern ist alles am Ende und man kämpft um die letzten Ressourcen“, sagte er am Donnerstag in der Sendung „Frühstart“ bei RTL/ntv.

Auch der Epidemiologe Timo Ulrichs von der Akkon-Hochschule in Berlin stimmt dem zu. Er sagte gegenüber dem Sender ntv: „Aus Rücksicht auf die Situation in den Krankenhäusern wäre es gut, wenn wir das dieses Jahr einfach nochmal sein lassen könnten.“ Weihnachtsmärkte könnten auch dazu beitragen, dass sich das Coronavirus weiter ausbreitet.