Berlin - Die neue Autobahn-Gesellschaft des Bundes hat mehr Geld für die Sanierung maroder Autobahnbrücken angemahnt. „Rund 3000 Brücken weisen einen nicht ausreichenden und ungenügenden Zustand auf“, sagte der Geschäftsführer der Autobahn GmbH, Stephan Krenz, der Welt am Sonntag. Das seien mehr als zehn Prozent der insgesamt etwa 27.000 Autobahnbrücken.

Krenz forderte zusätzliche Mittel sowie eine Planungsrechtsänderung. „Wir brauchen deutlich mehr Geld für die Sanierung der Autobahnbrücken.“ Bislang stehe rund eine Milliarde Euro pro Jahr zu Verfügung. Und: „Wir müssen deutlich schneller werden, dafür brauchen wir ein vereinfachtes Baurecht für Ersatzneubauten“, so der Autobahn-Chef.

Zustand der Brücken im Osten besser als im Westen 

Die marode Infrastruktur zieht sich laut Krenz durch das ganze Land. „Die Einschätzung des Zustands der Brücken war bislang Ländersache – das wurde unterschiedlich gehandhabt“, sagte er. Insgesamt gebe es ein Ost-West-Gefälle. Im Osten seien viele Brücken neuer, im Westen sei der Zustand oft schlechter.

Seit Januar ist die Autobahn-Gesellschaft für Planung, Bau und Betrieb sämtlicher Autobahnen in Deutschland zuständig. Die Autobahnen gehörten zwar schon vorher dem Bund. Bau und Betrieb war aber Aufgabe der Länder. Mit der Neuaufstellung sollen Baufirmen den gleichen Ansprechpartner haben, Ausschreibungen und Regeln sollen vereinheitlicht, Projekte aus einer Hand geplant werden. Es geht um ein Autobahnnetz von 13.000 Kilometern.