Trotz furioser Aufholjagd: Hertha unterliegt Leipzig knapp mit 2:3 

Am Ende eines nervenaufreibenden Spiels musste sich Hertha BSC geschlagen geben. RB Leipzig hatte 3:0 geführt, geriet ins Wanken – und gewann doch.

Im Zweikampf: Lucas Tousart von Hertha BSC und Mohamed Simakan von RB Leipzig.
Im Zweikampf: Lucas Tousart von Hertha BSC und Mohamed Simakan von RB Leipzig.Imago/Michael Taeger

Marco Rose klatschte die Profis von RB Leipzig nach dem Zittersieg im Duell der „ziemlich besten Freunde“ mit ruhiger Miene ab, ehe sie gemeinsam in der Fankurve gediegen feierten. Gegen den von Roses Kumpel Sandro Schwarz betreuten Hauptstadtklub Hertha BSC zitterte sich der DFB-Pokal-Sieger am Samstag nach klarer Führung zu einem 3:2 (3:0). RB ist seit fünf Pflichtspielen unbesiegt und liegt mit 15 Punkten nur zwei Zähler hinter dem Champions-League-Rang vier, die Berliner können sich immerhin auf eine grandiose Moral berufen.

Emil Forsberg (25.), David Raum (30.) und Willi Orban (45.) schossen Leipzig zum vierten Saisonsieg, Dodi Lukebakio (62., Foulelfmeter) und Stevan Jovetic (64.) verkürzten für Hertha. Die Serie riss trotzdem: Die Berliner hatten zuletzt fünfmal in Folge nicht verloren, zuletzt hatte es vier Unentschieden gegeben. Somit rutschte das Schwarz-Team, das bei acht Punkten stehen bleibt, auf den 15. Tabellenplatz ab. Wilfried Kanga (90.+4) traf nur den Pfosten.

Hertha zeigt starke Leistung in zweiter Halbzeit

Vor allem wegen der Leistung in der zweiten Halbzeit waren die Berliner durchaus zufrieden. „Jeder, der das Ergebnis zur Halbzeit gesehen hat, dachte, dass wir mit vier oder fünf Stück nach Hause fahren. Die haben wir eines Besseren belehrt“, sagte Verteidiger Marc-Oliver Kempf bei Sky.

In der Red Bull Arena musste die langjährige Freundschaft der früheren WG-Mitbewohner Rose und Schwarz zumindest für 90 Minuten pausieren. „Nach dem Spiel sind wir dann wieder beste Freunde, egal wie das Ding ausgeht“, hatte Rose im Vorfeld gesagt. Dem RB-Coach fehlte kurzfristig Nationalstürmer Timo Werner, der wegen eines Infektes ausfiel. Schwarz setzte im Sturm erstmals seit dessen Hodenkrebs-OP von Beginn an auf Marco Richter.

RB Leipzig unheimlich effektiv

Der Hertha-Profi (2.) war es auch, der RB-Torwart Janis Blaswich mit einen Distanzschuss prüfte. Allgemein versteckten sich die Gäste keinesfalls und standen hinten sicher – bis Leipzig ernst machte. Erst tauchte Christopher Nkunku (23.) völlig allein vor dem Hertha-Tor auf, doch Keeper Oliver Christensen parierte stark. Wenig später schaltete RB nach Berliner Ballverlust rasch um, Forsberg drückte eine Hereingabe von Dominik Szoboszlai ins Netz.

Der Ungar glänzte fünf Minuten danach noch mal als Vorbereiter, als er Diallo nach einem Eckball fand und der von Raum noch abgefälschte Kopfball des Senegalesen einschlug. Hertha kam nun kaum noch vor das gegnerische Tor, während Leipzig vorne unheimlich effektiv war. Nach Zuspiel von Raum traf Andre Silva erst noch den Pfosten, bevor Orban den Abpraller über die Linie stolperte.

Nach der Pause steckte Hertha nicht auf – und doch blieb Leipzig ungemein gefährlich. Schwarz schickte sein Team trotzdem nach vorne. Der eingewechselte Kanga (57.) näherte sich per Kopfball an, ehe Lukebakio den Elfmeter sicher verwandelte. Es brauchte nur zwei Minuten mehr, bis Jovetic aus der Drehung einschoss. Danach wurde es noch richtig turbulent.