Wiesbaden - Im Jahr 2019 haben die öffentliche Hand und der private Bereich insgesamt 325,6 Milliarden Euro für Bildung, Forschung und Wissenschaft in Deutschland ausgegeben. Die Bildungsausgaben stiegen im Vergleich zum Vorjahr 2018 somit um 13,8 Milliarden Euro beziehungsweise 4,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag erklärte. Die Bildungsausgaben machten somit 9,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

Der größte Anteil der Ausgaben entfiel laut Statistischem Bundesamt auf Bildungseinrichtungen in öffentlicher und privater Trägerschaft. 185,7 Milliarden Euro flossen 2019 in diese Einrichtungen, darunter 105,8 Milliarden Euro an Schulen und den schulnahen Bereich, 42,5 Milliarden Euro an Hochschulen und 34,4 Milliarden Euro an Kindertageseinrichtungen.

Weitere 23 Milliarden Euro entfielen auf Weiterbildung, Jugendarbeit und Horte. Unternehmen und außeruniversitäre Forschungseinrichtung gaben laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2019 90,6 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus.

Karliczek will Deutschland mit Bildung aus der Krise führen

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) zeigte sich erfreut über die aktuellen Zahlen. So habe die Bundesregierung mit ihrem Konjunktur- und Zukunftspaket einen Einbruch bei Forschung und Entwicklung in der Corona-Pandemie verhindert und in die Bildung und Ausbildung junger Menschen investiert. „Damit legen wir die Grundlagen, um Deutschland erfolgreich aus der Krise zu führen“, sagte Karliczek.

Das Engagement für Bildung wolle sie nun weiter ausbauen, denn Kinder und Jugendliche litten besonders unter der Corona-Pandemie, sagte die Bildungsministerin weiter. „Wir müssen alles daransetzen, die Bildungslücken infolge der Schulschließungen so schnell wie möglich zu schließen und individuelle Lernstückstände aufzuholen. Dafür werde ich mich mit Nachdruck einsetzen.“

Kritik kam von den Grünen. Die bildungspolitische Sprecherin Margit Stump sagte: "Die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes bestätigen, dass mehr der Status quo verwaltet wird statt endlich einen bildungspolitischen Aufbruch zu starten. Das selbstgesteckte Ziel, sieben Prozent der Wirtschaftsleistung in Bildung zu investieren, hat die Regierung immer noch immer nicht erreicht. Ursache dafür ist das Kooperationsverbot, das dem Bund als Ausrede dafür dient, sich nicht stärker für Bildungsgerechtigkeit zu engagieren. Seine Bildungsausgaben stagnieren auf niedrigem Niveau; leichte Steigerungen fallen kaum ins Gewicht. Wir brauchen endlich einen modernen Bildungsföderalismus, der Bund, Länder und Kommunen gleichermaßen in die Pflicht nimmt, ein modernes, zukunftsfähiges und gerechtes Bildungswesen zu garantieren. Wir, aber vor allem unsere Kinder und Jugendlichen haben keine Zeit mehr zu verlieren."