Berlin/Düsseldorf - Zur Frage der 3G-Regel am Arbeitsplatz hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) Gespräche mit Gewerkschaften und Arbeitgebern angekündigt. „Nur im Schulterschluss zwischen Beschäftigten, Unternehmen und Staat können wir für wirksamen Schutz und mehr Impfungen sorgen“, sagte er der Rheinischen Post. Er suche zur „konsequenten Umsetzung der 3G-Regeln am Arbeitsplatz“ das Gespräch mit allen Seiten.

Der Bundestag hatte am Donnerstag ein Gesetz für neue Corona-Maßnahmen auf den Weg gebracht. In den bevorstehenden parlamentarischen Beratungen wollen die Ampel-Parteien dabei auch den Punkt der 3G-Regel am Arbeitsplatz einfügen.

3G am Arbeitsplatz in Bayern schon Realität

Heil verteidigte diesen Plan. Die bisherigen Maßnahmen reichten nicht aus, um das Infektionsgeschehen zu verringern. Vorgaben wie Maskenpflicht, Kontaktreduzierung, Testangebotspflicht sowie die Verpflichtung zur Erstellung betrieblicher Hygienekonzepte müssten beibehalten werden. Zusätzlich dürften künftig nur noch Geimpfte, Genesene und Getestete zur Arbeit gehen, sagte Heil zur 3G-Regel. Das sei notwendig, weil die Impfquote immer noch nicht ausreichend und die Zahl der ungeimpften Personen weiterhin hoch sei.

Bayern führte bereits am Dienstag strengere Corona-Maßnahmen ein – darunter auch die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Ungeimpfte und nicht von Corona genesene Mitarbeiter müssen demnach für den Zutritt zu geschlossenen Räumen zweimal pro Woche einen Schnelltest machen, wenn sie während ihrer Arbeit Kontakt zu anderen Menschen haben – „egal ob Kunden, andere Beschäftigte oder sonstige Personen“.

Die strengen Maßnahmen seien zudem „notwendig, um sowohl die Schließung von Kitas und Schulen als auch eine erneute Einschränkung der Wirtschaft zu vermeiden“, sagte der Minister der Rheinischen Post. Die Corona-Infektionszahlen steigen derzeit stetig an und erreichen immer neue Höchststände. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen stieg zuletzt auf 263,7.