Pozzallo/Berlin - Die italienischen Behörden haben dem deutschen Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ die Erlaubnis erteilt, mit Hunderten Flüchtlingen an Bord in Sizilien anzulegen. „Nach tagelangem Warten haben uns die italienischen Behörden Pozzallo als Hafen zur Ausschiffung zugewiesen“, teilte die Organisation am Freitag im Onlinedienst Twitter mit. Seit Sonntag hatte das Schiff mehr als 400 Flüchtlinge vor der libyschen Küste aus Seenot gerettet.

Am Sonntag und Montag hatten die freiwilligen Helfer nach eigenen Angaben in sieben Einsätzen mehr als 410 Menschen im zentralen Mittelmeer aus Seenot gerettet – darunter viele Minderjährige. Auch eine schwangere Frau wurde von dem Schiff evakuiert. Wie die Organisation auf Twitter mitteilte, brachte sie ihr gesundes Kind bald darauf zur Welt. Die medizinischen Kapazitäten auf der „Sea-Watch 3“ kämen aufgrund der Patienten-Anzahl an ihre Grenzen, so eine Ärztin an Bord.

Seit Jahresbeginn sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits etwa 1400 Migranten bei der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer gestorben. Nach offiziellen Zahlen waren es im vergangenen Jahr mehr als 1200 Todesopfer. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus.