Berlin - Die Zahl der Patienten, die in Berlin wegen Covid-19 auf Intensivstationen behandelt werden, steigt. Laut einem Bericht des Tagesspiegels befinden sich inzwischen 432 Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf auf Intensivstationen.

Die Charité ist dabei im Frühjahr nach einer Vereinbarung mit dem Senat als sogenanntes Level-I-Krankenhaus für die Behandlung der schwersten Covid-19-Fälle zuständig. Hier lägen derzeit 150 Patienten auf Intensivstationen, fast alle mussten zuletzt beatmet werden.

Damit gebe es in der landeseigenen Universitätsklinik aktuell 50 schwer erkrankte Corona-Patienten mehr als vor einem Monat. Viele Charité-Ärzte rechnen demnach zudem mit steigenden Patientenzahlen, weil es während der Feiertage zu vielen Neuansteckungen gekommen sein dürfte.

In den ebenfalls landeseigenen Vivantes-Kliniken sind knapp 100 Covid-19-Patienten in Behandlung, das Unfallkrankenhaus in Marzahn versorgt fast 50 Intensivfälle. Damit waren zuletzt 90 Prozent der etwa 1350 Intensivbetten in Berliner Krankenhäusern belegt. Weil ein Drittel der Intensivplätze für Covid-19-Patienten gebraucht wird, steht die vom Senat eingeführte Ampel auf Rot. Als Grenzwert war die 25-Prozent-Marke eingeführt worden.

Die Charité hatte am 17. Dezember einen harten Notbetrieb verkündet. Der Vorstand der Klinik beschloss vor einigen Tagen, das Notfallprogramm bis 10. Januar zu verlängern. Damit werden bis auf wenige Ausnahmen alle planbaren Behandlungen verschoben, damit Pflegepersonal für die Intensivstationen frei wird.