437 Millionen Euro: Umbau der Komischen Oper viel teurer als geplant

Sanierungsbedürftig war die Komische Oper Berlin seit langem. Wie viel Geld der Senat dafür hinblättern will, dürfte viele Berliner überraschen. 

Preis der Schönheit: Der Umbau der Komischen Oper Berlin soll wesentlich kostspieliger werden, als geplant.
Preis der Schönheit: Der Umbau der Komischen Oper Berlin soll wesentlich kostspieliger werden, als geplant.kadawittfeldarchitektur

Der für 2023 angekündigte Umbau der Komischen Oper Berlin könnte fast doppelt so teuer werden wie ursprünglich geplant. Eine erste Kostenschätzung für das Großprojekt liege demnach bei rund 437 Millionen Euro, wie die Berliner Senatsverwaltung für Bauen und Wohnen am Donnerstag mitteilte. In einem ersten Bedarfsprogramm von 2018 war noch von 227 Millionen Euro die Rede.

Im Wettbewerb um die Zusage für das millionenschwere Bauvorhaben hatte sich das Aachener Architekturbüro Kadawittfeldarchitektur durchgesetzt. Der Entwurf werde offenbar wesentlich teurer als bislang angenommen.

Komische Oper: So rechtfertigt der Berliner Senat die Kosten

 Die massive Kostenexplosion rechtfertigte Thorsten Wöhlert, Staatssekretär für Kultur, mit der besonderen Qualität des Vorhabens. „Die Komische Oper Berlin als wichtiger Teil der Berliner Opern- und Kulturlandschaft soll auch in Zukunft Bestand haben“, so Wöhlert. „Der Siegerentwurf, der nun in eine erste Planung übersetzt wurde, liefert dafür eine valide Grundlage.“ Zudem fallen gut 42 Millionen Euro des geplanten Budgets allein in den Bereich „Unvorhergesehenes und Risiken“ – eine gewaltige Summe, die weiteren Kostensteigerungen vorbeugen soll.

Die letzte Renovierung der Komischen Oper liegt bereits mehrere Jahrzehnte zurück. Seit 2018, „als die Decke des Zuschauerraumes wegen herabfallender Stuckteile provisorisch mit dem Netz gesichert werden musste“, sei die Sanierungsbedürftigkeit des Opernhauses nach Angaben der Betreiber selbst nicht mehr zu leugnen gewesen. Wann genau die nun geplanten umfassenden Erneuerungen fertiggestellt werden sollen, stehe der Senatsverwaltung zufolge noch nicht fest.