In Brandenburg gelten derzeit 51 Kinder unter 14 Jahren als vermisst. Das teilte das Bundeskriminalamt (BKA) am Dienstag in Wiesbaden auf Anfrage mit. Deutschlandweit lag die Zahl der vermissten Kinder bei mehr als 1600. In den noch nicht geklärten Fällen seien neben Dauerausreißern auch Kindesentziehungen und unbegleitete Flüchtlingskinder erfasst, die aus ihren Unterkünften verschwunden seien. Insgesamt sei der Anteil der Kinderschicksale, die auch nach längerer Zeit nicht geklärt werden könnten, sehr gering.

Für das Verschwinden von Kindern und Jugendlichen gibt es den Angaben zufolge unterschiedliche Gründe – etwa Probleme in der Schule oder mit den Eltern sowie Liebeskummer. Ein weiterer Grund ist häufig, dass sich Eltern um das Sorgerecht stritten. Die Zahlen könnten täglich variieren.

Vermisste Kinder: Hälfte der Fälle binnen einer Woche geklärt

Nach BKA-Angaben wurden in den vergangenen Jahren durchschnittlich etwa 15.700 Kinder und Jugendliche im Jahresverlauf als vermisst gemeldet. Rund die Hälfte der Fälle würde erfahrungsgemäß innerhalb der ersten Woche geklärt. Binnen Monatsfrist liege die „Erledigungs-Quote“ bereits bei über 80 Prozent.

Dem BKA zufolge gehen deutschlandweit insgesamt – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – täglich rund 200 bis 300 neue Fahndungen nach vermissten Personen bei der Polizei ein, etwa dieselbe Zahl an Fahndungen könne zugleich wieder gelöscht werden. Nur in drei Prozent der Fälle würden Menschen länger als ein Jahr vermisst.

Mit einem „Tag der vermissten Kinder“ soll an diesem Mittwoch über Möglichkeiten zur Vorsorge informiert werden. In Deutschland wird der Tag seit 2003 unter anderem von der Initiative Vermisste Kinder aufgegriffen. Erst vor Kurzem hatte der Fall einer Elfjährigen aus Nordbayern für Aufsehen gesorgt, die vermisst gemeldet worden war und einen Tag später in Berlin von der Polizei aufgegriffen wurde.