54-Jähriger nach Einbruch im Grünen Gewölbe festgenommen

Im November 2019 brechen zwei Männer ins Historische Grüne Gewölbe Dresden ein und erbeuten Juwelen von Millionenwert. Von dem Schmuck fehlt noch jede Spur -...

Ein Mann trägt Handschellen.
Ein Mann trägt Handschellen.Stefan Sauer/dpa/Illustration

Dresden-Im Zusammenhang mit dem Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe Dresden 2019 ist ein mutmaßlicher Betrüger in Untersuchungshaft gekommen. Der Niederländer soll einem bekannten Kunstdetektiv gegenüber behauptet haben, dass ihm ein Stück der Beute angeboten wurde, es echt sei und er es „zum Zwecke der Rückführung“ an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) kaufen will, wie die Staatsanwaltschaft Dresden am Donnerstag mitteilte. Der 54-Jährige habe sich dabei als Diamanthändler aus Antwerpen ausgegeben. Mit dem Bruststern des polnischen Weißen Adler-Ordens handelte es sich um einen prominenten Teil des Diebesgutes.

Wie von ihm beabsichtigt, wandte sich der niederländische Kunstdetektiv laut Staatsanwaltschaft an den Berliner Anwalt, der sich im Auftrag der SKD und einer privaten Initiative von Kunstfreunden um die mögliche Rückgewinnung des Diebesgutes bemüht. Da der renommierte Kunstdetektiv schon mehrfach erfolgreich an der Rückführung gestohlener Kunstwerke beteiligt war und die Angaben des Beschuldigten auch aus polizeilicher Sicht zunächst plausibel klangen, stellte die Initiative die als Kaufpreis angegebenen 40.000 Euro zur Verfügung.

Bei einem Treffen am 27. Dezember 2021 mit Vertretern der SKD und dem Kunstdetektiv zeigte der Mann im längeren Gespräch laut Staatsanwaltschaft „außerordentlichen Kunstsachverstand“. „Er hat das sehr geschickt gemacht“, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Daher übergaben die SKD-Vertreter ihm das Geld zum Rückkauf, der über den Kunstdetektiv erfolgen sollte. Damit verschwand der Mann. Als entgegen seiner Beteuerungen nichts passierte, wurden Ermittlungen aufgenommen.

Die Identität des Niederländers konnte schnell geklärt werden, so die Staatsanwaltschaft. Der Mann sei in seiner Heimat „erheblich und einschlägig vorbestraft“ und befand sich seit Anfang März 2022 in anderer Sache in Haft. Im Mai 2022 erließ das Amtsgericht Dresden einen Europäischen Haftbefehl, nach Überstellung des Beschuldigten nach Deutschland am 10. November wurde dieser in Vollzug gesetzt. Der Beschuldigte hat sich den Angaben nach bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die Ermittlungen dauern an „und werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen“.

Bei dem Einbruch in das weltberühmte Schatzkammermuseum hatten die Täter 21 Schmuckstücke mit Diamanten und Brillanten im Wert von insgesamt über 113 Millionen Euro erbeutet. Zwei Männer waren am 25. November 2019 ins Dresdner Residenzschloss eingedrungen, hatten mit einer Axt Löcher in eine Vitrine geschlagen und die darin befestigten Juwelen herausgerissen. Ihr Verbleib ist bisher unbekannt.

Im Zuge der Ermittlungen wurden sechs Tatverdächtige gefasst, der Prozess wegen schweren Bandendiebstahls, Brandstiftung und besonders schwerer Brandstiftung läuft seit Ende Januar am Landgericht Dresden. Die Deutschen zwischen 23 und 28 Jahren sind Mitglieder einer bekannten arabischstämmigen Berliner Großfamilie - wie ein siebter Tatverdächtiger, der seit Mai in Untersuchungshaft ist.