Berlin - Über 800.000 Berliner, die eine Einladung zur Impfung gegen das Coronavirus erhielten, haben bisher noch keinen Impftermin vereinbart. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage hervor, die der FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja an den Senat gestellt hatte. In der Antwort des Senats heißt es weiter, dass bereits 2533 Impfdosen vernichtet werden mussten. Das Schreiben liegt auch der Berliner Zeitung vor.

Demnach seien in Berlin 1.673.840 schriftliche Einladungen an priorisierte Menschen versendet worden. Davon hatten sich 812.521 Eingeladene bis Dienstag noch keinen Termin an der Hotline oder im Internet geholt. „Es ist erschreckend, dass bisher nur etwa die Hälfte derjenigen, die eine Einladung zum Impfen bekommen haben, auch einen Termin vereinbart haben“, sagte FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja der Berliner Zeitung.

Ein Teil der Einladungen sei jedoch kürzlich erst versendet worden, heißt es in der Antwort der Senatsverwaltung. Daher sei davon auszugehen, dass weitere Termine zur Impfung vereinbart würden und sich die Zahl noch ändern könnte.

Vielzählige Gründe für Vernichtung von Impfstoff

Teils musste der knappe Corona-Impfstoff in Berlin bereits weggeworfen werden. Bis Mitte März betraf das 2533 Impfdosen. Zu diesem Zeitpunkt entsprach dies etwa 0,78 Prozent der bereits durchgeführten Impfungen. Dafür gebe es mehrere Gründe. Zum einen landeten nach dem kurzzeitigen Stopp der Astrazeneca-Impfungen 204 Dosen im Müll. Als Gründe wurden auch Personalfehler genannt. Zum Beispiel seien Impfspritzen beim Transport versehentlich auf den Boden gefallen, aufgesetzte Kanülen hätten sich von der Spritze gelöst oder es habe Probleme beim Aufziehen des Impfstoffs gegeben. Nur in wenigen Einzelfällen war laut Senat das Haltbarkeitsdatum des Impfstoffs bereits abgelaufen.

„Es kann nicht sein, dass der sowieso schon knappe Impfstoff weggeschmissen werden muss, obwohl viele Impfwillige sehnsüchtig darauf warten“, kritisiert FDP-Politiker Czaja. Er forderte, Impfwillige der Gruppe 3, die als Nächstes dran wären, vorzuziehen. Zu diesem Zweck könnten digitale Wartelisten mit kurzfristigen Terminvergaben eingerichtet werden.