Senat beschließt 9-Euro-Ticket: Berliner Sozialticket wird günstiger

Ursprünglich kostete das Ticket 27,50 Euro. Für die ersten drei Monate des kommenden Jahres wird der Preis nun deutlich gesenkt.

Das Berliner Sozialticket wird günstiger.
Das Berliner Sozialticket wird günstiger.dpa/Christoph Söder

Der Preis des Berliner Sozialtickets wird auf neun Euro monatlich gesenkt. Dies teilte die Senatskanzlei am Dienstagmittag mit. Bedürftige Menschen sollen mit dem Sozialticket vergünstigt den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzen können. In einer Pressekonferenz besprach der Senat auch weitere Punkte seines Entlastungspakets angesichts der hohen Energiepreise. Dabei ging es auch um die Ausweitung der Energiesparberatung.

Das Sozialticket kostet bislang rund 27 Euro monatlich, soll aber von Januar bis März für je neun Euro angeboten werden. Zudem soll der Kreis der Berechtigten im Vergleich zum aktuellen Sozialticket deutlich ausgeweitet werden. Künftig haben dann etwa 650.000 Menschen mit weniger Geld im Portemonnaie Anspruch auf den neuen Fahrschein. Zum Vergleich: Das reguläre Monatsticket wird derzeit im Abonnement für 29 Euro monatlich angeboten. Dieser stark verbilligte Preis soll bis mindestens Ende März gelten.

Sozialticket nicht nur im ersten Quartal

Das Sozialticket gilt im Tarifbereich AB und kann von Berlinern genutzt werden, die staatliche Leistungen wie Arbeitslosengeld II (Hartz IV), Sozialhilfe, Grundsicherung, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, Wohngeld, Opferrenten nach dem SED-Unrechtsbereinigungsgesetz oder NS-Ausgleichsrenten erhalten.

Angesichts des günstigeren Tickets erwartet der Senat eine deutliche Zunahme bei der Nutzung des Sozialtickets im öffentlichen Personennahverkehr. Der Anspruchsberechtigten soll von derzeit 532.000 auf 644.000 steigen, wie Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) am Dienstag nach der Senatssitzung erklärte.

Kipping stellte in Aussicht, dass es das vergünstigte Sozialticket nicht nur im ersten Quartal geben wird: Über die ersten drei Monate gebe es mit dem Aufsichtsrat des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg schon eine Einigung. Alles Weitere müsse noch geklärt werden. Aber es sei davon auszugehen, dass das Angebot mit dem 1. April nicht abbreche.

„Ich bin sehr froh, dass wir mit der Reduktion des Sozialtickets eine unbürokratische Lösung haben“, sagte Kipping. Die Inflation treffe Ärmere besonders hart, etwa bei Nahrungsmitteln und Strom. „Und die Menschen, die jeden Euro dreimal umdrehen müssen, haben auch nicht diesen Puffer, wo an weniger Lebensnotwendigem gespart werden kann.“

29-Euro-Ticket auch im kommenden Jahr

Mit dem Sozialticket ließen sich monatlich 18,50 Euro sparen. „Das ist schon mal im Geld, das helfen kann, den Anstieg bei Lebensmittelpreisen mit aufzufangen.“

Mit dieser Variante der Entlastung sei außerdem sichergestellt, dass es keine Anrechnung gebe, sagte Kipping. „Wenn wir als Land Berlin einfach Geld in die Hand genommen und den Ärmsten zur Verfügung gestellt hätten durch eine Direktüberweisung, wäre das als Einkommen zu Buche geschlagen und hätte dafür geführt, dass bei den Sozialleistungen etwas abgezogen würde.“ Parallel zum S-Ticket für 9 Euro soll es wie bereits seit Oktober auch im neuen Jahr für zunächst drei Monate ein ÖPNV-Ticket für 29 Euro geben, das auf Berlin begrenzt ist.