Berlin - Nach dem Fund von mehr als 90 Kilogramm Cannabis in einer Wohnung steht ein 41-Jähriger vor dem Landgericht Berlin. Der Mann hat zu Prozessbeginn am Montag zugegeben, Drogen gebunkert zu haben. An deren Beschaffung und Weiterverkauf sei er allerdings nicht beteiligt gewesen, erklärte der 41-Jährige. Waffen, die bei ihm sichergestellt worden seien, hätten nicht im Zusammenhang mit Drogen gestanden, sondern er habe sie seit Jahren gesammelt. Die Anklage lautet auf unerlaubtes bewaffnetes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln sowie Verstoß gegen das Waffengesetz.

Die Drogen waren entdeckt worden, als im April dieses Jahres Mitarbeiter des Hauptzollamtes in der Wohnung des Angeklagten in Berlin-Wedding eine Pfändung vornehmen wollten. Weil sie intensiven Marihuana-Geruch bemerkten, hatten sie die Polizei alarmiert. Die Drogen seien in fünf Kartons verpackt gewesen, teilte die Polizei damals mit. Zudem seien drei Schreckschusswaffen, ein Schlagstock, Messer sowie ein Elektroschockgerät einkassiert worden. Die Anklage geht davon aus, dass der 41-Jährige zur Absicherung von Drogengeschäften Waffen an verschiedenen Orten in seiner Wohnung aufbewahrt habe.

Sichergestellte Waffen sollen teilweise nicht funktionsfähig sein

Der Angeklagte erklärte weiter, er habe sich wegen Schulden bei einem Drogendealer darauf eingelassen, Cannabis für kurze Zeit aufzubewahren und beim Verpacken zu helfen. „Ein bis zwei Tage sollte es dauern“, so der 41-Jährige. Den Auftrag habe er von einem Mann erhalten, bei dem er damals Kokain für den Eigenkonsum gekauft habe. Der Hintermann habe ihm im Gegenzug Schulden erlassen wollen. Zu den sichergestellten Waffen erklärte der 41-Jährige weiter, sie seien zum Teil nicht funktionsfähig gewesen.

Der Prozess gegen den seit sechs Monaten inhaftierten Mann wird am 18. Oktober fortgesetzt.