Würzburg Etwa ein Jahr nach der Tötung seiner schwer kranken Frau ist der 92 Jahre alte Ehemann zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Die Strafe wegen Totschlags in einem minder schweren Fall werde zur Bewährung ausgesetzt, sagte der Vorsitzende Richter am Landgericht Würzburg, Hans Brückner, am Donnerstag. Die Bewährungszeit wurde auf drei Jahre festgesetzt. Zudem muss der Mann 10.000 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen. Das Urteil gegen den Deutschen ist noch nicht rechtskräftig, die Verteidigung verzichtet aber auf Rechtsmittel. (Az: 801 Js 20205/19)

Der Angeklagte hatte gestanden, am 3. November 2019 seine demente und schwer kranke Frau mit einer Decke erstickt zu haben. Er bereue die Tat. Er habe die 91-Jährige jahrelang nahezu alleine zu Hause gepflegt und sei überfordert gewesen. „Im Laufe dieser Pflegezeit konnte ich meine Frau nicht mehr leiden sehen und musste sie irgendwie befreien von der Demenz und von allen Schwierigkeiten“, sagte er. „Ich habe die Kontrolle wahrscheinlich verloren gehabt. Ich konnte nicht anders handeln.“ Das Paar aus dem bayerischen Gemünden am Main war fast 70 Jahre verheiratet und hatte keine Kinder.

Oberstaatsanwalt Thorsten Seebach hatte auf Totschlag im minder schweren Fall plädiert und zwei Jahre und neun Monate Haft verlangt. Verteidiger Norman Jacob plädierte ebenfalls für eine Freiheitsstrafe wegen Totschlags im minder schweren Fall, allerdings sollte diese zu Bewährung ausgesetzt werden.