Berlin - Wegen der Omikron-Variante rechnet Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) mit einer baldigen Ausweitung der Corona-Beschränkungen. „Ich bin mir sicher, dass Clubs und Diskotheken schließen werden, dass wir die Kontakte auch für Geimpfte in Innenräumen reduzieren werden“, sagte er am Montagmorgen im Deutschlandfunk. Habeck geht nach eigenen Worten davon aus, dass dies Gegenstand der für Dienstag angekündigten Bund-Länder-Beratungen sein werde, „und dass das dann auch verabredet wird für den Januar“.

Aus einer Beschlussvorlage für die Bund-Länder-Runde am Dienstag, die der Berliner Zeitung vorliegt, geht hervor, dass Bund und Länder nach Weihnachten auch für Geimpfte Kontaktbeschränkungen planen. Ab dem 28. Dezember sollen demnach bei privaten Treffen mit Geimpften und Genesenen nur noch zehn Personen zugelassen sein. Nimmt ein Ungeimpfter am Treffen teil, darf sich ein Haushalt weiterhin nur mit zwei Personen eines weiteres Haushalts treffen. Clubs und Diskotheken sollen laut der Beschlussvorlage sofort schließen.

Einen kompletten Lockdown im Januar, wie ihn sein Parteikollege Janosch Dahmen ins Gespräch gebracht hatte, hält Habeck nicht für erforderlich. Mit Vorschlägen, das private und öffentliche Leben vollständig lahmzulegen, solle man „nicht leichtfertig“ umgehen, warnte der Bundeswirtschaftsminister. „Wenn wir schlau sind, dann machen wir differenzierte Maßnahmen.“

Dahmen: Omikron wird schnell zum Problem für unser Land

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Dahmen hatte zuvor der Deutschen Presse-Agentur gesagt: „Angesichts der äußerst hohen Übertragbarkeit von Omikron werden wir um einen Lockdown nach Weihnachten vermutlich nicht herumkommen. Wir müssen mit unseren Maßnahmen vor die Omikron-Welle kommen. Unser heutiges Handeln bestimmt die morgige Pandemie-Lage.“

Für Weihnachten gelte der dringende Appell, getestet im kleinen Familienkreis zu feiern. „Um alle gegen Omikron notwendigen Maßnahmen beschließen zu können, müssen Bundestag und Bundesrat absehbar erneut zusammentreten und die Voraussetzungen dafür schaffen“, so Dahmen.

Dahmen sagte weiter: „Es ist absehbar, dass die Omikron-Variante schnell zu einem großen Problem für unser Land wird. Die gegenwärtige Delta-Welle wird voraussichtlich in eine noch höhere Omikron-Welle übergehen. Omikron ist schneller übertragbar und kann selbst Genesene und insbesondere auch Zweifachgeimpfte noch infizieren.“

Er rechne mit einer deutlich steigenden Omikron-Inzidenz und einer noch stärkeren Belastung des Gesundheitswesens, erläuterte Dahmen. „Zahlreiche krankheitsbedingte Personalausfälle in Bereichen kritischer Infrastruktur wie Gesundheitswesen, Polizei, Feuerwehr oder Lebensmittelhandel sind ohne Gegenmaßnahmen wahrscheinlich.“