Ab Sonntag mehr Angebot auf der Schiene in der Hauptstadtregion

Die Bahn nimmt am Sonntag den Fahrplanwechsel vor – mit spürbaren Folgen in Berlin und Brandenburg. Vor allem Pendler und Fahrgäste mit dem Ziel BER profitieren.

Ein Zugbegleiter gibt ein Abfahrtszeichen für einen ICE auf dem Bahnsteig im Berliner Hauptbahnhof.
Ein Zugbegleiter gibt ein Abfahrtszeichen für einen ICE auf dem Bahnsteig im Berliner Hauptbahnhof.dpa/Carsten Koall/

Mehr Zugkilometer, eine höhere Taktung, ein Plus beim Komfort – vor dem Fahrplanwechsel im öffentlichen Personennahverkehr am Sonntag haben die Verantwortlichen in Berlin und Brandenburg die Erwartungen in die Höhe getrieben. Sowohl im Netz Elbe-Spree als auch im Netz Lausitz stehen deutliche Veränderungen an. Eine Übersicht.

Verbindungen und Takte

Das gesamte Netz Elbe-Spree besteht aus 17 Linien, auf denen die Deutsche Bahn und die Ostdeutsche Eisenbahn (Odeg) zusammen künftig 28 Millionen Zugkilometer im Jahr zurücklegen sollen. Besonders häufig angeboten werden Fahrten zwischen Nauen und Berlin (viermal pro Stunde) oder von Brandenburg an der Havel über Berlin nach Frankfurt (Oder) (RE1, bis zu dreimal pro Stunde).

Mit dem RB21 gibt es künftig eine Direktverbindung zwischen Spandau und Potsdam - die Fahrzeit steigt allerdings im Vergleich zur bisherigen Variante mit Umstieg um ein paar Minuten. Zwischen Berlin und Lübbenau gibt es künftig zwei Verbindungen pro Stunde. Außerdem ist der Flughafen BER mit dem neuen Fahrplan von Ludwigsfelde und Oranienburg aus besser zu erreichen.

Komfort und Service

Mehr Komfort soll es unter anderem mit neuen oder modernisierten Fahrzeugen und letztlich mehr Sitzplätzen auf den vielbefahrenen Strecken geben. Nach Angaben der Odeg gibt es künftig auf der Linie RE1 je Fahrt zwischen 630 und 800 Sitzplätze. „In der Hauptverkehrszeit steigt dadurch die Kapazität um bis zu 70 Prozent.“

Nach Angaben des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) wurden einige Bahnsteige zwischen Erkner und Frankfurt verlängert, damit die längeren RE1-Züge halten können. In einer zweiten Stufe ist demnach die Verlängerung weiterer Bahnsteige für den Einsatz von achtteiligen Zügen geplant.

Die Odeg wird ihre Linien zum Teil mit Fahrzeugen des Modells Desiro HC von Siemens bedienen, die aufgrund unterschiedlicher Einstiegshöhen den Ein- und Ausstieg für Rollstuhlfahrer erleichtern sollen. Die DB wirbt zudem mit moderneren Toiletten.

Auf dem RE1 und dem RE8, beide von der Odeg betrieben, können Fahrgäste auf ausgewählten Fahrten Getränke und einen Imbiss am Platz kaufen.

Internet und Mobilfunk

Deutsche Bahn und Odeg haben den Fahrgästen kostenloses Wlan in den Zügen versprochen. Zudem soll sich der Mobilfunkempfang durch neuartige Fensterscheiben verbessern. Beide Unternehmen weisen zudem auf Live-Informationen über Monitore hin, die auch die Sitzplatzauslastung in den einzelnen Wagen anzeigen sollen.

Änderungen im Netz Lausitz und bei der Berliner S-Bahn

Neben dem Netz Elbe-Spree wächst auch das Angebot im Netz Lausitz - nach Angaben des VBB um 15 Prozent. Zwischen Cottbus und Senftenberg (RE13) entsteht ein Halbstundentakt. Bad Liebenwerda und Lauchhammer werden künftig ab kurz nach 4.00 Uhr am Morgen und bis nach 22.00 Uhr am Abend bedient (RB49). Mit den nach Frankfurt verlängerten Linien RE10 und RB43 entfällt der Umstieg in Cottbus Hauptbahnhof etwa auf der Fahrt von Guben nach Finsterwalde. Hinzu kommen mehr Sitzplätze auf vielen Fahrten und ebenso wie im Netz Elbe-Spree weitere Dienstleistungen für die Fahrgäste.

Bei den Ringlinien der Berliner S-Bahn (S41 und S42) wird die Kapazität erhöht. Schrittweise sollen Züge mit acht statt sechs Wagen eingesetzt werden.