Berlin - Am 26. September wählen die Berliner das neue Abgeordnetenhaus. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) tritt nicht mehr für das Amt an. CDU, Grüne und SPD haben ihre Kandidaten aufgestellt. Ein Überblick:

SPD-Kandidatin Franziska Giffey will Michael Müller nachfolgen

Franziska Giffey stieg binnen drei Jahren von der Bildungsstadträtin im Bezirk Neukölln über das Amt der Bezirksbürgermeisterin zur Bundesfamilienministerin auf. Im Mai trat sie wegen der Affäre um Plagiate in ihrer Doktorarbeit von dem Amt zurück. Dennoch gilt Giffey, die auch Parteivorsitzende ist, in Berlins SPD als Hoffnungsträgerin. Im Wahlkampf setzte sie sich von den bisherigen Koalitionspartnern Grünen und Linke ab, vertritt etwa in Bereichen der Verkehrs-, Klima- oder Wohnungspolitik eher CDU- Positionen. Sie bekannte sich auch, anders als beide bisherigen Partner, nicht zur Fortsetzung von Rot-Rot-Grün.

Bettina Jarasch will als erste Grüne ins Rathaus

Bettina Jarasch amtierte von 2011 bis 2016 als Landesvorsitzende und seither als Abgeordnete. Sie stammt aus Augsburg, ist studierte Philosophin und arbeitete zeitweise als Redakteurin. Bei den Grünen wird sie – soweit diese Kategorisierung noch greift – dem Realo-Flügel zugerechnet. Im Wahlkampf gibt sich die Politikerin als konsequente Verfechterin von Verkehrswende und des Kampfes gegen den Klimawandel und bekennt sich zur Fortsetzung der Koalition mit SPD und Linke.

Kai Wegner will mittels eines „Neustarts“ Rot-Rot-Grün beenden

Kai Wegner ist seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages. Im Mai 2019 drängte der damalige Berliner CDU-Vize Monika Grütters aus dem Amt und ließ sich als Nachfolger der Kulturstaatsministerin zum Parteichef wählen. Wegners ausgegebenes Ziel ist es, mittels eines „Neustarts“ für Berlin Rot-Rot-Grün zu beenden. Er kommt gebürtig aus dem Berliner Bezirk Spandau und gilt als breit vernetzt in der Hauptstadt.