Abschlussbericht zu Betonmischer-Unfall: Rüstfahrzeug kam erst um 8.45 Uhr 

Klima-Aktivisten verursachten durch ihre Blockade einen Stau, in dem ein Spezialfahrzeug der Feuerwehr steckenblieb. Nun liegt der Abschlussbericht der Retter vor.

Der Betonmischer steht nach dem Unfall mit der Radfahrerin an der Bundesallee. 
Der Betonmischer steht nach dem Unfall mit der Radfahrerin an der Bundesallee. dpa/Paul Zinken

Berlin-Die Berliner Feuerwehr hat ihren Abschlussbericht zum Einsatz beim Unfall einer Radfahrerin vorgelegt, deren Rettung durch Klima-Proteste behindert worden sein soll. Der Bericht liegt der Berliner Senatsinnenverwaltung vor, wie Sprecher Thilo Cablitz am Mittwoch auf Anfrage sagte. Er werde - wie andere Unterlagen auch - der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt. Cablitz warnte vor voreiligen Schlüssen. „Der komplexe Sachverhalt muss in Gänze durch die Staatsanwaltschaft im Rahmen der Ermittlungen aufgearbeitet werden.“ Weitere Angaben machte er nicht.

Wie die B.Z. berichtete, wäre ein Spezialfahrzeug laut Prognose bereits eine Minute nach der Notärztin am Unfallort eingetroffen. Doch der sogenannte Rüstwagen stand im Stau und traf erst um 8.45 Uhr ein - als Feuerwehrleute die lebensgefährlich verletzte 44-Jährige befreit hatten. „Durch rechtzeitiges Eintreffen des Rüstwagens hätten sich den Verantwortlichen vor Ort weitere Handlungsoptionen geboten“, zitiert die Zeitung aus dem Bericht.

Notärztin verzichtete auf Anheben des Lkw

Die Süddeutsche Zeitung hatte zuvor berichtet, die Notärztin habe unabhängig vom Stau wegen der schnellen Befreiung des Opfers auf das Anheben des Lkw verzichtet. Von der Berliner Feuerwehr hieß es dazu, es gebe mehrere Sichtweisen. Neben der Ärztin hätten sich auch der Gesamteinsatzleiter und der technische Fachberater geäußert.

Die Radfahrerin war am 31. Oktober von einem Betonmischer überrollt worden und später gestorben. Weil das Spezialfahrzeug der Feuerwehr im Stau nach einem Klima-Protest steckte, war die Gruppe „Letzte Generation“ scharf kritisiert worden.