Berlin - Nach Einschätzung des ADAC Berlin-Brandenburg ist keine der großen Kreuzungen im Berliner Stadtgebiet sicher. „Die großen Kreuzungen finde ich alle relativ gefährlich“, sagte der Verkehrsvorstand des ADAC Berlin-Brandenburg, Volker Krane, am Donnerstag bei einer Video-Schalte. Demnach weisen viele Kreuzungen in Berlin erhebliche Mängel auf, dazu gehören etwa: Fahrbahnschäden, abradierte Radführungen oder unzureichende Beleuchtung. Deshalb forderte der ADAC die neue rot-grün-rote Landesregierung in Berlin unter anderem dazu auf, diese Mängel zu beheben, mehr in Verkehrssicherheit zu investieren und sie in der Politik höher zu priorisieren.

Die Orte mit den meisten Unfällen seien für dieses Jahr noch nicht erfasst worden, aber Krane geht davon aus, dass sich die Situation nicht maßgeblich von der im vergangenen Jahr unterscheiden werde. Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben des ADAC am Jakob-Kaiser-Platz mit 266 die meisten Unfälle. Die zweitmeisten Unfälle habe es am Großen Stern (226) gegeben, dicht gefolgt vom Ernst-Reuter-Platz (225).

Berlin: 38 Verkehrstote in diesem Jahr – viele waren Fußgänger

Bei den drei Orten handelt es sich um große Kreisverkehre – laut Krane seien Orte mit unterschiedlichen Fahrtrichtungen besonders gefahrenträchtig. In diesem Jahr sei die Kreuzung an der Friedenstraße in Berlin-Friedrichshain aufgefallen, wo es drei Tote gab, sagte Krane.

Insgesamt starben nach Angaben der Polizei bislang 38 Menschen bei Verkehrsunfällen in diesem Jahr. Unter den tödlich verunglückten Menschen waren 13 Fußgänger, 10 Radfahrer, sieben Autoinsassen, fünf Motorradfahrer und drei weitere Verkehrsteilnehmer (Stand: 16. Dezember). Im vergangenen Jahr 2020 waren es 50 Tote im Straßenverkehr, im Jahr 2019 40. Die Zahl der Unfälle und verletzten Menschen war wegen der Corona-Pandemie und dem dadurch verringerten Straßenverkehr im Jahr 2020 gesunken. Doch laut Krane „hinkt Berlin hinterher“, denn bundesweit gehe die Zahl der Verkehrstoten stärker zurück als in der Bundeshauptstadt.