Adieu Spar-Boom: Inflation frisst die Ersparnisse der Deutschen auf

Die Inflation hat die in Corona-Zeiten angesammelten Ersparnisse der Deutschen laut Ifo-Institut inzwischen aufgezehrt.

Eine Frau hält Geldscheine in einer Geldbörse über einer Einkaufskiste mit Lebensmitteln, der auf einem Küchentisch steht. (Symbolbild)
Eine Frau hält Geldscheine in einer Geldbörse über einer Einkaufskiste mit Lebensmitteln, der auf einem Küchentisch steht. (Symbolbild)dpa/Hendrik Schmidt

Der private Konsum wird laut Analyse des Ifo-Instituts im weiteren Verlauf des Jahres als Konjunkturmotor in Deutschland ausfallen. „Die Inflation frisst die zusätzlichen Ersparnisse der Deutschen auf. Die Sparpolster aus der Corona-Zeit sind bei vielen Haushalten nunmehr abgeschmolzen“, erklärte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser am Dienstag. Gleichzeitig würden die Verbraucherpreise weiter kräftig steigen. Das Ifo-Institut analysierte die Bankbilanzen der privaten Haushalte.

Die Einlagen von privaten Haushalten bei Banken in Deutschland schwollen demnach zwischen dem zweiten Quartal 2020 und dem ersten Quartal 2021 kräftig an. „Legt man die durchschnittliche Sparneigung der fünf Jahre vor Ausbruch der Coronakrise zugrunde, wurden in dieser Zeit gut 70 Milliarden Euro mehr auf den Bankkonten geparkt als üblich“, erläuterte Wollmershäuser.

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Doch diese Überschusseinlagen wurden bis zum Ende des ersten Quartals 2022 fast vollständig abgebaut. Und im zweiten Vierteljahr setzte sich diese Entwicklung in beinahe unverändertem Tempo fort. Die hohe Inflation dürfte dieses „Entsparen“ der Haushalte maßgeblich getrieben haben", erklärte Wollmershäuser.

Während der Konsum in den ersten Monaten des Jahres trotz hoher Inflation noch kräftig ausgeweitet wurde, „zeichnet sich seit Jahresmitte anhand vieler Frühindikatoren ein deutlicher Dämpfer ab“.