Berlin - Weil Adolf Hitler kein Deutscher war, wäre seine Kandidatur zum Reichspräsidenten 1932 womöglich gescheitert. Der spätere selbst ernannte „Führer“ hätte nach damaliger Gesetzeslage als Nichtdeutscher nicht kandidieren dürfen. Bei einem seiner Einbürgerungsversuche in diesem Zusammenhang wäre Hitler um ein Haar Thüringer geworden. Das berichtet der Mitteldeutsche Rundfunk in einem Beitrag der Reihe „MDR Zeitreise“.  

Am 12. Juli 1930 überreichte der damalige thüringische Innenminister Wilhelm Frick dem NSDAP-Führer Adolf Hitler eine Ernennungsurkunde zum Gendarmeriekommissar von Hildburghausen. Der Gedankengang der beiden Nazis: Wer damals verbeamtet wurde, wurde automatisch eingebürgert. Allerdings, heißt es in dem MDR-Bericht weiter, habe Hitler die Urkunde wenige Tage später vernichtet. Frick (wurde in den Nürnberger Prozessen später zum Tode verurteilt) soll er zudem befohlen haben, die Empfangsbestätigung ebenfalls zu vernichten. 

Erst 1932 wurde Adolf Hitler deutscher Staatsbürger

In dem Bericht heißt es weiter, vermutlich sei Hitler „die Position eines Provinzbeamten seiner Person unwürdig“ erschienen. Zudem wäre die Ernennung möglicherweise rechtlich anfechtbar gewesen und hätte so zu einem politischen Skandal führen können.

Erst im Februar 1932 gelang es Adolf Hitler dann, doch noch Deutscher zu werden – mithilfe eines Mannes namens Dietrich Klagges. Klagges war damaliger Innenminister im damaligen Freistaat Braunschweig. Dort wurde Hitler zum Regierungsrat im Braunschweigischen Staatsdienst ernannt und erlangte so die deutsche Staatsbürgerschaft. Erst ein Jahr später, so heißt es in dem MDR-Bericht weiter, habe Hitler – zu diesem Zeitpunkt bereits Reichskanzler – dann die Entlassung aus seinem Beamtenverhältnis in Braunschweig beantragt.